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Einkaufen wie bei Großtante Emma

Einkaufen wie bei Großtante Emma

Einen Blick zurück in die "guten alten Zeiten" des Tante-Emma-Ladens gewährte Wolfgang Riehm aus Schillingen seinen Besuchern. Riehm sammelt alte Ladeneinrichtungen und möbelt sie wieder auf. Zahlreiche interessierte Besucher haben sich Riehms eintägige Ausstellung in der alten Scheune angeschaut.

Schillingen. Eine interessante Präsentation hielt Wolfgang Riehm für seine Besucher in der alten Scheune am Dorfplatz Schillingen einen ganzen Tag lang bereit: Einen Gründerzeitladen mit losem Verkauf - ganz so, wie es im Original in "guten alten Zeiten" gang und gäbe war. Eine bundesweite Rarität ist seine ausgestellte Hausmetzger-Wurstküche aus der Vorkriegszeit. Die Hausschlachtung war vorwiegend im Winterhalbjahr ein beliebtes Ereignis in Familie und Nachbarschaft.
Der pensionierte Metzgermeister, der sich seinen Angaben zufolge am "allerwohlsten" in kleinen Verkaufsstätten gefühlt hatte, sammelt mit Vorliebe solche Exponate.
Stammgast auf Flohmärkten


In seinem Haus hat Wolfgang Riehm auf zwei Etagen die klassischen Begegnungsstätten längst vergangener Zeiten aufgebaut - Läden, in denen außer dem reinen Warenverkauf auch die Kommunikation eine wichtige Rolle spielte, ja manchmal vielleicht noch wichtiger war. Der Schillinger bezeichnet sich selber als Nostalgiker und Tante-Emma-Läden-Experten. Regelmäßig suchen er und seine Ehefrau Marliese - sie kommt als ehemalige Verkäuferin aus dem gleichen Metier - die Flohmärkte der Region auf, stöbert in Zeitschriften und Internet. Immer wieder wird er fündig und kauft die aus seiner Sucht passenden Gegenstände an.
Der Metzgerladen aus vergangenen Tagen ist fast vollständig. Schmiedeeiserne Gehänge zur Präsentation der Waren wie anno dazumal, alte Schneidwerkzeuge und Utensilien, mit der die junge Generation meist nichts anzufangen weiß, sind in der alten Scheune zu besichtigen.
Neben einer Wurstattrappe hängt ein Gerät, das zum Aufpumpen von Luftballons dienen könnte. "Das ist ein Hand-Wurstfüll-Apparat", klärt Riehm den staunenden Besucher auf.
"Wenn ein Laden komplett ist, kommt es vor, dass ich ihn verkaufen muss. Doch ich achte dann stets darauf, dass er in gute Hände kommt und wie bei mir seinen Zweck als Rückblick in die alte Zeit erfüllt."
Riehms Wunsch wäre ein öffentlicher Museumsraum im heimatlichen Schillingen. "Ich habe der Gemeinde angeboten, ihr den Kaufladen als Geschenk zu überlassen, wenn sie zur Präsentation eine passende Räumlichkeit findet und zur Verfügung stellt. Dann könnte er dauerhaft für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden."