Feuerwehr favorisiert Neubau

GRIMBURG. Neubau oder doch nur Erweiterung? Die Diskussion um die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses dürfte 2006 ein bestimmendes Thema in Grimburg sein. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt (Kreisstraße 76) wird hingegen erst 2007 beginnen.

"Es gab einige Begleitmusik. Die ist mittlerweile aber im Äther verflogen." An den Anfang der Grimburger Haushaltssitzung stellte der Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber zunächst seine Interpretation eines kommunalpolitisch bewegten Jahres 2005. Was zähle, seien konkrete Ergebnisse wie die Einweihung des Hexenmuseums oder die Einigung mit den Jagdpächtern, denen die touristische Nutzung der Burg ein Dorn im Auge war. Die Eckdaten des aktuellen Gemeinde-Haushalts sind wenig spektakulär. Der Verwaltungsetat 2006 weist ein Minus von knapp 19 000 Euro aus. Gleichwohl betont Weber, "dass wir im Prinzip einen ausgeglichenen Haushalt haben". Aus zwei Gründen: Erstens wird im Gemeindewald mit einem Überschuss von 23 000 Euro (statt ursprünglich 8000 Euro) gerechnet. Diese Mehreinnahmen tauchen im Budgetplan aber noch nicht auf. Zweitens: Die Kommune verfügt über eine Rücklage von rund 20 000 Euro, die "aus haushaltsrechtlichen Gründen aber nicht zur Abdeckung verwendet werden darf", so Weber. Wenn der Orts-Chef darauf verweist, dass Grimburg mit einem jährlichen Schuldendienst von knapp 21 000 Euro "an der Grenze dessen liegt, was wir verkraften können", macht er das nicht ohne Hintergedanken. Es ist bekannt, dass der Rechtsanwalt gegen den mit großer Mehrheit beschlossenen Kreisstraßen-Ausbau ist. Weber gibt im TV-Gespräch zu, dass er mit dieser Ansicht eher allein steht. Sein Credo: "Dieser Ausbau ist die Ursache dafür, dass unser Haushalt unwiderruflich ins Defizit geht." Die Arbeiten für die neue Ortsdurchfahrt beginnen 2007, informierte Weber den Rat. Im Vorgriff auf dieses Projekt steht aber bereits im aktuellen Etat eine Verpflichtungsermächtigung von 215 000 Euro, da die Gemeinde später Gehwegbau und neue Straßenbeleuchtung zahlen muss. Ein drängenderes Thema dürfte 2006 die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses sein. Nach langer Wartezeit liegt der Verbandsgemeinde (VG) als Träger des Brandschutzes inzwischen die Zuschuss-Bewilligung des Landes für die geplante Erweiterung vor. Rathaus-Chef Michael Hülpes (CDU) sieht sich jetzt mit einer "unglücklichen Situation" konfrontiert. Mit dem Bewilligungsbescheid und einem Konzept in der Hand könnte das rund 60 000 Euro teure Projekt zwar angegangen werden. Die Grimburger Feuerwehr favorisiert aber den Bau eines neuen Hauses an der Ecke Hauptstraße/Bergstraße. In einem Ringtausch könnte danach der Bauhof in das alte Gerätehaus ziehen, was wiederum im Hexenmuseum den Platz für einen Seminarraum schaffen würde. Pläne für einen Neubau hat die Feuerwehr vorgelegt. Dessen Kosten werden auf 240 000 Euro taxiert. Die VG wolle sich dem Wunsch der Feuerwehr zwar nicht verschließen, betonte Hülpes im Rat. Mehr als die für die Erweiterung zugesicherten 21 700 Euro werde die VG aber nicht zahlen. Die Ortsgemeinde wäre hingegen bereit, ihren Beitrag auf 20 000 Euro aufzustocken, vom Land wäre bei dieser Bausumme ein Zuschuss von maximal 80 000 Euro zu erwarten. Den Rest müsste die Feuerwehr durch Eigenleistungen abdecken. Wehrführer Frank Zühlke ist optimistisch: "Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Es wird hart, aber wir packen alle mit an und können das schaffen." Entscheidend wird jedoch sein, ob das Land bereit ist, das Projekt zeitnah zu bezuschussen. Denn sollte sich Grimburg erneut jahrelang in die Warteschlange einreihen müssen, dann könne es mit einem Neubau schwierig werden, sagt auch Weber.