Getränke sind sein Leben

Der 24-jährige Peter Frieden studiert in Gießen Master of Science im Bereich Getränketechnologie. Der Deutsche Oenologen-Nachwuchs-Preis wurde Frieden für seine Abschlussarbeit über das spontane Aufschäumen von Bier beim Öffnen der Flasche vom Bund Deutscher Oenologen (BDO) mit Sitz in Geisenheim/ Rhein verliehen. Von den fünf Preisträgern kommen drei von der Mosel.

Nittel. "Das Thema der Arbeit mit Bier war für einen Winzersohn schon eine Herausforderung", verrät Peter Frieden (24), der im elterlichen Winzerbetrieb von Vater Bernd (53) aufwuchs. Der Winzersohn studiert in Gießen Master of Science im Fachbereich Getränketechnologie. Er wird Oenologe. Die Entwicklung, Qualität und Kontrolle des Herstellungsverfahrens von Getränken aller Art, vom stillen Wasser bis zu Spirituosen, sind das Aufgabenfeld dieser Spezialisten.
Seine Arbeit über das spontane Überschäumen von Bier beim Öffnen der Flasche, dem sogenannten "Gushing", ist jetzt mit dem Nachwuchspreis des Bundes Deutscher Oenologen (BDO) ausgezeichnet worden. Der Einfluss von Hefe auf das Überschäumen ist in der Arbeit in aller Tiefe untersucht worden. "Der Effekt kann Brauereien den Ruf kosten, wenn es ohne Schütteln der Flasche passiert", erklärt Frieden die Bedeutung seiner Arbeit.
Vielfältiger Traumberuf


Noch zwei Semester, dann ist der Nitteler Winzersohn Master of Science in seinem Fach. Sein untersuchter Gushing-Effekt lässt sich auch gut auf Wein und Sekt übertragen.
"Es ist mein Traumberuf mit vielfältigen Aufgaben", freut sich Frieden. Oenologen können sogar Geschmacksrichtungen entwickeln, für Jung und Alt, auch Modegetränke wie Biermixturen oder Fruchtsäfte in verschiedenen Farben. Rund 200 neue Absolventen gibt es pro Jahr in Deutschland. "Von den fünf Preisträgern kommen drei von der Mosel", so der dezente Hinweis von Vater Bernd Frieden auf die heimische Weinqualität.
Da auch bei Oenologen Erfahrung durchs nichts zu ersetzen ist, will sich Peter Frieden nach dem Studium erst einmal in der Fachwelt umschauen. Potenzielle Arbeitgeber sind nicht nur Winzer, sondern auch Sektkellereien, Brauereien, Destillerien und Mineralbrunnen.
Extra

An der Hochschule Geisenheim gibt es jetzt sogar eine Kaffeerösterei und ein Kaffeelabor. "Hier haben Studierende die Möglichkeit, Kaffee zu rösten und zu beurteilen. Somit können sie den Weg vom Rohkaffee über das Rösten bis hin zu verschiedenen Zubereitungsverfahren verfolgen", erklärt Professor Bernd Lindemann, Studiengangleiter Getränketechnologie. Quelle: www.hs-geisenheim.de/ doth