Dorfentwicklung: Grünes Könen überzeugt Jury

Dorfentwicklung : Grünes Könen überzeugt Jury

Bewertungskommission des Wettbewerbes Unser Dorf hat Zukunft besucht Konzer Stadtteil.

Man trifft sich unter schattigen Bäumen vor dem Bürgerhaus. Hier startet der Rundgang der Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, bei dem der Konzer Stadtteil Könen punkten möchte. Kommissionsvorsitzender Joachim Maierhofer, beim Kreis Trier-Saarburg zuständig für die Landesplanung und Kreisentwicklung, erklärt: „Wir liefern die Kandidaten für die höheren Entscheidungsebenen des Wettbewerbes“ und hört Ortsvorsteher Detlef Müller-Greis genau zu, wie er die Vorzüge seines 2500-Einwohner-Dorfes beschreibt.

Nach kurzem Fußmarsch kommt das Baugebiet Pferdsgarten ins Blickfeld, von dem der Ortschef selbst erstaunt ist: „Wir haben hier in nur eineinhalb Jahren 87 von 88 Baustellen verkauft. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Jetzt soll zwischen Neubauten und Saar noch ein Spielplatz entstehen, sogar behindertengerecht.

„Rund 70 Jugendliche haben am Konzept mitgearbeitet“, freut sich Bürgermeister Joachim Weber über das große Interesse.

Müller-Greis kann sich gar nicht mehr erinnern, wann denn Könen schon mal am Wettbewerb teilgenommen hat, sagt aber: „Wir wollten jetzt warten, bis wir was zum Zeigen haben.“

Nächste Station ist die Durchgangsstraße, die jetzt, dank Ortsumgehung, eine Gemeindestraße ist. „Diese Straße wollen wir gestalten, damit es noch schöner aussieht und der verbliebene Verkehr weiter beruhigt wird“, erklärt Müller-Greis weiter. Grüne Inseln sollen mitten auf der Straße entstehen. „Leider leiten Navis noch LKW zu oft hier durch“, bedauert er.

Als zu wenig Verkehr sieht Müller-Greis den öffentlichen Personennahverkehr an: „Es gibt zu viele Haltestellen für zu wenig Busse.“

Ein großes Thema ist die Schaffung von neuem Wohnraum in Könen, einmal auf dem Gelände der ehemaligen Hühnerfarm und gegenüber mit einem Projekt für Betreutes Wohnen mit rund 100 Wohneinheiten. Müller-Greis findet: „In ganz Konz gibt es nichts Adäquates.“

Wie sieht es mit der medizinischen Versorgung aus, will die Kommission wissen. Ein Zahnarzt ist vor Ort, und es gibt zwei Hebammen. Metzger und Bäcker haben bereits dicht gemacht.

Es gibt ein reiches Vereinsleben mit mehr als 20 Vereinen und Gruppierungen, mit umfangreicher Jugendarbeit, aber auch Betreuung älterer Menschen. Der Musikverein bietet musikalische Früherziehung an, und die Feuerwehr will eine Jugendwehr gründen. Stolz ist man in Könen auf den innerörtlichen Rundweg mit Baumlehrpfad. Auch für Fledermäuse wurde etwas getan.

Auf dem Rückweg kommt man am Kindergarten und der Grundschule vorbei. Dort springen lachende Kinder herum. „Die Kita wird um zwei Gruppen erweitert, und die Grundschule konnte gerettet werden, weil es eine Kooperation mit der Grundschule St. Johann in Karthaus gibt“, erklärt der Ortsvorsteher weiter.

Joachim Maierhofer ist sichtlich beeindruckt. „Es gibt so unheimlich viel Grün hier.“ Das Wohnumfeld profitiere davon. Das müsse bei künftigen Planungen mitberücksichtigt werden.

Kommissionsmitglied Cornelia Strupp, zuständig für Bürgeraktivitäten, lobt das gute Miteinander im Dorf. Neubürger könnten, wenn sie nicht gleich einem Verein beitreten wollen, ja für einzelne Projekte angesprochen werden.

Doris Klauck-Schommer ist die Fachfrau für altes und neues Bauen und plädiert dafür, den Fokus auf die Entwicklung des Ortskerns zu legen: „Könen hat ein rasanter Zuwachs regelrecht überrollt.“ Bei einer geplanten Sanierung von Altgebäuden könnte eine Beratungsförderung genutzt werden.

Walter Oeffling ist für die Beurteilung der Grüngestaltung zuständig. Er findet: „Der Baumbestand und die Grünzüge sind prägend für das Ortsbild.“ Bei der Fassadengestaltung empfiehlt der Fachmann Kletterpflanzen zur Verschönerung. Für die Gestaltung des Könener Bruchs plant Detlef Müller-Greis die Kompetenz von Fachleuten hinzuzuziehen, vielleicht auch Studenten der Universität Trier.

Hier, am Rande des Baugebietes Pferdsgarten, soll ein neuer Kinderspielplatz entstehen: Die Bewertungskommission ist erstaunt über das viele Grün in Könen. Foto: Herbert Thormeyer

„Egal ob man als Dorf im Wettbewerb weiterkommt oder nicht, jeder Teilnehmer profitiert durch die Beurteilung“, schließt Joachim Maierhofer den Rundgang.