Gut gestärkt zum Rundgang

Trotz des herrlichen Herbstsonntags haben Hunderte von Besuchern den Tag der offenen Tür im Hermeskeiler St. Josef Krankenhaus genutzt, um sich einen Eindruck vom Ergebnis der Erweiterung und Modernisierung zu verschaffen.

Hermeskeil. (urs) Das Bild der vereinzelt durchs ganze Haus schlendernden Besucher täuscht. Über den Tag verteilt sind es schon einige Hundert, die sich trotz des herrlichen Herbsttags zu einer Krankenhausvisite entschieden haben.

Überraschend ist das allerdings kaum. Denn wenn das St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil seine Türen für einen Tag der offenen Tür öffnet, lassen die Gäste sich erfahrungsgemäß nicht lange bitten. Dieses Mal gibt es zudem einiges Neues zu bestaunen. Denn nach Erweiterung und paralleler Modernisierung präsentieren sich etliche Abteilungen in einem neuen Gewand.

Ein echtes Erlebnis für alle, die schon längere Zeit kein Krankenbesuch mehr hergeführt hat, ist der neue Eingang. Statt des üblichen Klinik-Ambientes empfängt die Gäste ein edles Foyer mit großzügig angeordneten knallroten und schwarzen Sitzelementen. Die ansonsten schnurstracks angesteuerte Anmeldung rückt da an zweite Stelle, obwohl auch sie ein echter Hinkucker ist. Vorbei am Fahrstuhlkubus - natürlich in schwarzem Marmor - sowie am Treppenhaus mit seinen schwarzen Fliesen und roten Tapeten drängt es die meisten Besucher erst einmal zur Cafeteria. Denn die Küche mit ihren zivilen Preisen erfreut sich schon länger großer Beliebtheit. Dass bis 14 Uhr etwa 200 Essen serviert sind - Schwenkbraten und Würstchen nicht eingerechnet - spricht für sich.

Vom Mittagstisch geht es dann in aller Ruhe durchs ganze Haus. Marlene und Engelbert Schäfers wollen in der chirurgischen Abteilung anfangen. Dass sie sich zuvor tüchtig gestärkt haben, ist für sie wichtig gewesen: "Damit wir den Weg auch packen." Das Ehepaar aus Damflos genießt den Tag sichtlich.

Zwei Etagen höher rüstet sich derweil Chirurgie-Leiter Dr. Heinz Braick für den Vortrag über die Behandlung von Arthrose und Osteoporose. Im Gepäck hat er das Modernste, was die Medizin derzeit zu bieten hat: Kappen-Prothesen, ein Oberflächenersatz, der auch als Überkronung bezeichnet wird. "Ich habe das hier eingeführt", weist Braick auf Pluspunkte hin, wie kleine Schnitte oder die geschonte Muskulatur. "Das hat den Vorteil, dass die Patienten nicht hinken müssen."

Christian und Hilde Gettmann sind sehr interessiert. Er habe schon so oft in diesem Krankenhaus gelegen, erzählt der Hermeskeiler. Aber auch Bernhard Diendorf aus Bescheid nutzt die offene Tür. Obwohl er bisher noch wenig krank gewesen sei, sagt der 83-Jährige. Ihm gehe es gut, und Ärzte brauche er eigentlich auch nicht. Dennoch will er vielleicht aber doch noch bei dem einen oder anderen vorbeischauen. Marga Thome hat hingegen nicht eigens herfahren müssen. Sie habe gerade eine komplizierte Operation hinter sich, erklärt die Patientin aus Weiskirchen. Sie könne das Haus nur empfehlen. Außerdem sei es eine gute Sache, die Türen für Außenstehende zu öffnen.

Für die Besucher nicht erkennbar, läuft der Betrieb hinter den Kulissen weiter. So eilt Braick im Anschluss an seinen Vortrag in den OP-Saal zu einem Notfall. Jemand sei gefallen und habe Schmerzen und daher müsse rasch operiert werden.