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"Hermeskeil? Ohne Auto tote Hose"

"Hermeskeil? Ohne Auto tote Hose"

HERMESKEIL. Sie verwaltet das Jugendzentrum "Madhouse", organisiert Konzerte und ist ständiger Fürsprecher der Jugendlichen im Hochwald: Seit 1994 ist die Jugendinitiative Hermeskeil aktiv - und das ehrenamtlich.

"Gut, dass esdie Jugendinitiative gibt", sagt die 16-jährige Christine Plicht.Im Madhouse können die Jugendlichen am Wochenende Billard, Dartund Kicker spielen, mit Gleichaltrigen klönen oder im Internetsurfen. Ein Treffpunkt für junge Leute, den es ohne dasEngagement einiger Idealisten in dieser Form nicht geben würde. Zwanzig Mitglieder zählt die Jugendinitiative. "Ein deprimierend geringer Zulauf. Schade, dass nur so wenige den Weg zu uns finden", sagt der Erste Vorsitzende Martin Klose. Immerhin leben 1200 junge Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren in Hermeskeil.

Die Jugendinitiative hat noch wesentlich mehr als den offenen Treff im Madhouse zu bieten: Der Verein veranstaltet Konzerte, Discos und Partys, unterstützt die Kleidersammlung für Bolivien und die Rumänienhilfe tatkräftig. Zur Partnerstadt Saint Fergeua bestehen gute Kontakte, und es finden Austausche statt.

Wie wichtig dieser Haltepunkt für junge Menschen letztendlich ist, wird deutlich, wenn Christine über die Situation der Hermeskeiler Jugendlichen berichtet: "Wir stehen hier in Hermeskeil total im Abseits." Für Christian Winter, Initiator der Jugendinitiative und Zweiter Vorsitzender, ist die geplante Skater-Anlage am Tivoli symbolträchtig: "Nur weit weg damit, so dass niemand etwas mit den Jugendlichen zu tun haben muss."

Deprimierend fand er, dass sich die jungen Skater und deren Eltern kampflos dem Willen der Politiker ergeben haben (der TV berichtete). Er kritisiert, dass "vielen jungen Leuten der Mut fehlt, das zu sagen, was sie denken". Der Hermeskeiler Malermeister wurde 2000 für sein Engagement mit dem Jugendpreis des Landkreises ausgezeichnet.

Winter ist davon überzeugt, dass junge Leute nicht immer nur unter sich sein wollen, sondern auch die Unterstützung von Erwachsenen brauchen. "Sie wollen nicht gegängelt werden, sondern brauchen einen Leitfaden. Jemand, der ihnen zeigt, wie sie mit bestimmten Dingen umgehen können."

Die Zustimmung aus den Reihen der Jugendlichen zeigt, dass sie froh sind, wenn sich ein Erwachsener ihrer annimmt. Besonderen Wert legt man im Madhouse auf das Einhalten einer straffen Hausordnung. So gibt es zum Beispiel keinen Alkohol für Jungen und Mädchen unter 16 Jahren.

Die jungen Leute, die an diesem Abend zum Treffen ins Madhouse gekommen sind, finden, dass die Belange der jugendlichen in der Hochwaldstadt nicht ernst genommen werden. "Außerdem macht ein ruhiges Kneipenleben, kein Kino und bald auch kein Freibad mehr Hermeskeil total unattraktiv", sagt die 15-jährige Ramona Steinheuer. "Ohne Auto tote Hose", fügt sie hinzu. "Und diejenigen, die die Möglichkeit haben, weg zu kommen, suchen am Wochenende das Weite", weiß Ramona.

Die nächste Aktion der Jugendinitiative stehen bevor. Am Ostersamstag, 19. April, lädt die Initiative zum "Eyer's Rock" ins Madhouse ein. Ab 20 Uhr spielen die Bands "Phobia" und "The Mist", beide stammen aus dem Raum Trier. Wer Lust hat, in der Jugendinitiative mitzumischen, kann sich unter 06503/980639 melden.