ihre meinung

Zum Bericht "Wincheringer fürchten 15 000 zusätzliche Autos" (TV vom 23. September):

Meinung

Verkehrskollaps programmiert
Der Verkehrskollaps im Bereich Brückenkopf Wormeldingen/B 419 ist programmiert. Diese Kreuzung ist schon seit Jahren ein Unfallschwerpunkt, da auf der geraden B 419 ein Großteil des Durchgangsverkehrs sich nicht an Tempo 70 hält. Schon jetzt staut es sich im Feierabendverkehr oft zurück bis nach Wormeldingen. Selbst eine Zunahme des Verkehrs um 50 Prozent würde sicherlich für Rückstaus durch den gesamten Ort sorgen. Zu erwarten ist aber mindestens eine Verdopplung des Verkehrsaufkommens. Morgens würde sich der Verkehr weit in Richtung Nittel zurückstauen. Die Linksabbieger aus Richtung Palzem und der Verkehr aus Richtung Wincheringen hätten kaum eine Chance, auf die Brücke zu kommen. An dieser Stelle könnte nur ein Kreisverkehr am Brückenkopf die Probleme leicht abmildern und einen minimalen Verkehrsfluss aufrechterhalten. Zusätzlich wäre der Unfallschwerpunkt entschärft. Der Neubau der Brücke in Grevenmacher ist sicher notwendig, aber man sollte unbedingt den Termin nach hinten schieben, und zwar so lange, bis ein vernünftiges und zukunftsfähiges Gesamtkonzept für den grenzüberschreitenden Verkehr gefunden ist. Ein potenzieller Moselaufstieg allein bringt unsere Region da kaum weiter. Der einzige Weg kann nur sein, möglichst viele Pendler auf Bahn oder Bus zu bringen. Es gibt dazu einige Grundvoraussetzungen: Bahnhof/Busbahnhof mit Pendlerparkplatz, kurze Taktung der Verbindungen in den Stoßzeiten, Zubringerdienste von den Ortschaften, Anreize schaffen - zum Beispiel über ein Luxemburg-Ticket für 75 Euro im Monat, das für Busse und Bahn gültig ist. Mir scheint sowohl auf der politischen als auch auf der planerischen Ebene der Weitblick zu fehlen. Es wird einerseits viel Geld in unnütze und kontraproduktive Maßnahmen gesteckt (Beispiel: Umbau B-52-Aufstieg bei Ehrang). Andererseits werden preiswerte und effektive Änderungen jahrelang hinausgezögert (Verkehrsführung am Brückenkopf Grevenmacher/B 419). Uns hilft nur ein Gesamtkonzept weiter, keine Insellösungen. Hermann Justen, Saarburg

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