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Ihre Mensa ziert ab jetzt ein Stern

Ihre Mensa ziert ab jetzt ein Stern

Die Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS) hat im wahrsten Sinne des Wortes eine ausgezeichnete Küche. Denn sie hat einen Stern bekommen und ist eine von zehn Preisträgern bei einem landesweiten Wettbewerb. Dieser lehnt sich an das berühmte Vorbild des Michelin-Restaurantführers an und hat eine Verbesserung der Mittagsverpflegung an Schulen zum Ziel.

Hermeskeil. Backfisch mit Kartoffeln, dazu ein grüner Salat und als Nachtisch eine frische Birne: Dieses Menü tragen Melissa Schröder und Fabienne Just auf ihren Tabletts zum Tisch, an dem Christiane Barthelme, Gina Bergmann und Moritz Alt schon warten. Sie haben sich kurz nach 13 Uhr zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa der Hermeskeiler IGS getroffen. Ungefähr 100 Mahlzeiten werden dort täglich zum Preis von 3,50 Euro ausgegeben. Die Küche des Altenzentrums St. Klara bereitet das Essen zu und liefert es dann als Caterer an der Schule ab.
Dass in der IGS-Mensa gute und gesunde Kost gereicht wird, hat die Schule seit kurzem schwarz auf weiß. Im Foyer hängt nämlich eine Urkunde, auf der ein Stern prangt. Deren Unterzeichnerin ist Ulrike Höfken, die rheinland-pfälzische Ernährungsministerin.
Essenswächter fragen nach



"Als wir die Ausschreibung für den landesweiten Wettbewerb gesehen haben, war uns sofort klar, dass wir da mitmachen. Wir müssen uns nämlich gar nicht groß verbiegen, weil wir schon lange auf gesundes Essen und Kochen achten", sagt Lehrerin Hedi Willems, die die Verpflegungsbeauftragte an der IGS ist. Schulleiterin Christa Breidert bezeichnet den Wettbewerb, der sich mit der Verleihung von Sternen an die Auszeichnungen durch den weltberühmten Restaurantführer Michelin anlehnt, als "sehr pfiffige Idee".
Eine Mensa gibt\'s an der Schule seit 2010. Im Hinblick auf den Speiseplan gibt es schon länger einen regelmäßigen Austausch mit Eltern, Lehrern, einem Vertreter der Kreisverwaltung als Schulträger, dem Caterer und natürlich den Schülern. Dieser Runde Tisch ist ein Punkt, der den Vorgaben des Wettbewerbs entspricht.
Für die Mensa wurde ein Acht-Wochen-Plan mit täglich wechselndem Essensangebot aufgestellt. Allerdings schränkt Willems ein: "Wir müssen den Spagat machen zwischen dem, was den Kindern lecker schmeckt und dem, was die DEG fordert." Einen Veggie Day - also ausschließlich vegetarische Mahlzeiten - gibt es an der IGS deshalb noch nicht. Gleichwohl spielen Gemüse und Obst bei der Aufstellung des Speiseplans eine wichtige Rolle. Jeden Tag haben die Schüler zudem die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Beilagen.
"Wie hat\'s geschmeckt?" Diese Rückmeldung der Schüler hat an der IGS eine große Bedeutung. Deshalb gibt es dort mehrere sogenannte "Essenswächter". Eine von ihnen ist Gina Bergmann, die die Meinungen ihrer Mitschüler sammelt. "Klar kann es auch schon mal vorkommen, dass einige von uns Sachen ungenießbar finden. Die werden dann aus dem Plan gestrichen", sagt Bergmann. Christiane Barthelme erinnert sich da spontan an Eierstich. "Der sah aus wie ein Schwamm, und ich esse doch keinen Spongebob", sagt die Schülerin. Das Lob für die abwechslungsreiche Kost überwiegt allerdings eindeutig. "Mir schmeckt\'s eigentlich immer", sagt Moritz Alt. Melissa Schröder schwört vor allem auf die Marillenknödel. Hoch im Kurs stehen auch die Hamburger, deren Belag sich die Schüler selbst zusammenstellen können.
Wie bei den großen Restaurants bedeutet der erste Stern für die IGS-Mensa noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auch ein zweiter oder dritter Stern wäre möglich. Dafür müssten zum Beispiel noch das Ambiente der Mensa verbessert und die Empfehlungen der DEG noch konsequenter umgesetzt werden. So sollten dann auch Vollkorn- oder Dinkelprodukte ins Essensangebot integriert werden. Inwiefern das in Zukunft verwirklicht wird, ist noch offen. Die aktuelle Auszeichnung sei für die Schule "aber eine Belohnung und ein Anreiz, uns nun auch um weitere Sterne zu bemühen", so Willems.
Extra

Unter 50 teilnehmenden Schulen zählt die Hermeskeiler IGS zu den zehn Gewinnern eines landesweiten Wettbewerbs, der das Motto "Rheinland-Pfalz isst besser" trägt. Sein Ziel ist es, die Mittagsverpflegung an Schulen zu verbessern. Auf diesem Weg sollte sich der Speiseplan möglichst eng an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG) orientieren. Neben der Hermeskeiler IGS wurden noch drei weitere Schulen in der Region Trier für ihr Verpflegungsangebot ausgezeichnet: die Grundschule Trierweiler, das Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier und die Grund- und Realschule plus Gillenfeld im Vulkaneifelkreis. Weitere Preisträger sind: Gymnasium im Kannenbäckerland und Ernst-Barlach-Realschule, Höhr-Grenzhausen (Westerwaldkreis), Realschule plus Rheinbrohl (Kreis Neuwied), Grundschule Weisenheim am Sand (Kreis Bad Dürkheim), Realschule Altenkirchen (Kreis Altenkirchen), Gymnasium Nackenheim (Kreis Mainz-Bingen), Grundschule Heidesheim (Kreis Mainz-Bingen). ax