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Katastrophenhelfer üben Bahnbrückenbau

Katastrophenhelfer üben Bahnbrückenbau

Wenn Bahnbrücken einstürzen oder beschädigt werden, rückt das Technische Hilfswerk (THW) an und baut Behelfsübergänge. Damit die auch halten, trainieren bis zum 26. September insgesamt 250 THW-Experten aus dem ganzen Bundesgebiet in Konz den Bahnbrückenbau.

Konz. Blaue THW-Einsatzfahrzeuge gehören derzeit zum Straßenbild rund um Konz. Fachgruppen für Brückenbau aus ganz Deutschland rücken an, um auf dem Gelände der Deutschen Bahn Netz AG in der Granastraße für den Ernstfall zu trainieren. Das Gelände bietet sich an, weil die Bahn dort ihr deutschlandweit größtes Brückenlager unterhält (siehe Extra).

Insgesamt kommen bis zum 26. September 250 ehrenamtliche THW-Brückenbauer nach Konz. Täglich trainieren zwei Truppen mit jeweils 18 Einsatzkräften. Sogar aus Berlin und Pinneberg bei Hamburg reisen die THW-Experten an.

"Diese Brücken hier sind komplettes Neuland für uns", sagt Denis Bierwagen. Er ist Gruppenführer der Brückenbauer aus Bad Kreuznach. Bisher waren sie im Katastrophenfall nur für die Instandsetzung von Straßenbrücken zuständig.

Ab 2011 unterstützen sie auch die Deutsche Bahn beim Brückenbau. Die Bad Kreuznacher sind gemeinsam mit einer Gruppe aus Neustadt an der Weinstraße die Ersten, die in Konz trainieren. "Die besondere Herausforderung an den Bahnbrücken ist, dass sie größer und schwerer sind als die Straßenbrücken, um die wir uns bisher gekümmert haben", sagt Bierwagen. In Konz habe sein Team eine Menge gelernt.

Im Wesentlichen gibt es drei Arbeitsschritte: Vorfertigung, Transport, Montage. Zuerst werden die großen Brückenelemente nach Bauplan zusammengeschraubt.

Dazu nutzen die THW-Spezialisten riesige Schrauben und Muttern, die sie mit ebenso großen Schraubenschlüsseln in die dafür vorgesehen Fassungen drehen.

Die fertig montierten größeren Teile wiegen bis zu viereinhalb Tonnen. Um sie zu transportieren, brauchen die THW-Helfer einen Kran oder eine große Rollbahn.

Mit Hilfe des Krans erfolgt dann die Hauptmontage der Brücke. Er hebt die vorgefertigten Teile in die für sie vorgesehen Fassungen an der Brücke. Damit die Brückenteile nicht wild umherschwenken, sichern mehrere Helfer den Vorgang mit Seilen ab. Oben - mit Hilfe einer Hebebühne oder einer Leiter - warten weitere Einsatzkräfte, um die Brückenelemente zu fixieren.

Bei dem Bahnbrückenbau folgen die THW-Experten einem festen Bauplan. Für einen 8,4 Meter langen Brückenabschnitt braucht eine 18- köpfige Einsatzgruppe etwa zwei Stunden. "Es ist nur ein kleiner Schritt den Leuten das Bahnbrückenbauen beizubringen", sagt Kai Pietsch von der THW-Leitung in Bonn, der die Großübung organisiert hat. "Mein Eindruck ist sehr positiv."

Brückenbau ist aus seiner Sicht eine der körperlich schwersten Arbeiten, die man beim THW machen kann. Deshalb sind die freiwilligen Einsatzkräfte auch ausgelaugt, wenn sie abends in die Jägerkaserne in Trier zurückkehren, wo sie ihr Quartier bezogen haben. Extra Brückenlager: Im Zentralen Brückenlager in Konz lagern Brückenelemente, mit denen Spannweiten zwischen 14 und 120 Metern überbrückt werden können. Die Deutsche Bahn AG verwaltet dort im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums vier verschiedene Brückensysteme. Die Brückensysteme dürfen außerhalb von Krisenzeiten im Rahmen von Eisenbahn- und Straßenbaumaßnahmen vermietet werden. Die Mieteinnahmen fließen bis zu einer Höhe von 200 000 Euro in den Bundeshaushalt. "Das Bundesverkehrsministerium stellt jährlich rund 500 000 Euro für die Neubeschaffung und technische Verbesserung der Brückenelemente bereit. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, dass Schienen- und Straßenverkehr im Katastrophenfall, wie zum Beispiel bei Hochwasser, nicht zum Erliegen kommen", teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer anlässlich der Brückenbauübung in Konz mit.