Nikolaus kommt über die Saar

Rund 90 Kinder sind in Konz-Hamm vom Weihnachtsmann beschert worden. Der Erlös des Weihnachtsmarktes an der großen Figur des heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Schifffahrt, ist diesmal für Augenoperationen bei Kindern in Ghana bestimmt.

Konz-Hamm. "Hallo liebe Kinder", ruft jemand aus der Dunkelheit. Blaulicht huscht über die Saar. Ein Boot taucht auf, das die Aufschrift Polizei trägt. Am Heck ist der Nikolaus zu erkennen. "Das ist auch für manchen Erwachsenen etwas unheimlich", sagt dazu der Ortsvorsteher von Filzen-Hamm, Egbert Dederichs. Sechs Verkaufsstände des fünften Hammer Weihnachtsmarktes mit allerlei Leckereien und Weihnachtsbedarf sind im weiten Rund um die Figur des heiligen Nikolaus aufgebaut worden, der auch der Schutzpatron der Schifffahrt ist.Anlegen kann das Boot der Wasserschutzpolizei aus Trier an diesem Ufer nicht, denn hier ist das Wasser zu flach. Der Mann mit dem langen weißen Bart, der Bischofsmütze und dem roten Umhang wird per Auto zur Bescherung gebracht. Rund 90 Kinder warten schon aufgeregt auf ihre Jutesäckchen mit leckerem Inhalt, die sie von ihm erhalten. Dazu spielen Musiker der Winzerkapelle Oberemmel weihnachtliche Weisen."Irgendwo zwischen 1500 und 2000 Euro Erlös erwirtschaften wir immer", sagt Ortschef Dederichs voraus. Das Geld wird dringend von Dr. Guy P. Thinnes gebraucht. Der Konzer Augenarzt ist mit zwei Kollegen bereits zehn Mal im afrikanischen Ghana gewesen, um dort Augenleiden zu lindern. Im Auftrag des Verbandes Westfälischer Kinderdörfer wird der graue Star behandelt. "Bei den dortigen Verhältnissen von Hygiene und Ernährung tritt diese Augenkrankheit schon in jungen Jahren auf", weiß der Mediziner. Ganze 50 Euro kostet eine Operation, in der eine neue Linse ins Auge eingesetzt und die jungen Patienten vor der Erblindung bewahrt werden.Statt irgendwo in Urlaub zu fahren, hilft der Augenarzt in Afrika. Rund 1000 Operationen haben Dr. Thinnes und zwei Kollegen bereits durchgeführt. "Die Kosten sind für das Krankenhaus vor Ort und das dortige Personal bestimmt", erklärt der Mediziner. Nach dem Weihnachtsmarkt in Hamm werden 50 bis 70 weitere junge Menschen in Afrika sicher sein, nicht erblinden zu müssen. dothvolksfreund.de/weihnachtsmarkt

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