Saar-Hunsrück Literatur- und Musikfestival endet mit Lesung von Tanja Kinkel - 300 Besucher in Kulturgießerei

Saar-Hunsrück Literatur- und Musikfestival endet mit Lesung von Tanja Kinkel - 300 Besucher in Kulturgießerei

In der Kulturgießerei Saarburg hat sich zwei Tage lang beim Saar-Hunsrück Literatur- und Musikfestival die regionale Kunstszene getroffen. Höhepunkte waren die Lesungen des Journalisten Michael Opoczynski und der Erfolgsautorin Tanja Kinkel.

Saarburg. Die Buchmesse in Frankfurt am Main ist das Mekka der deutschen Literaturszene. Bis gestern haben sich dort fünf Tage lang Autoren, Verleger und Leser getroffen, um über Neuerscheinungen und aktuelle Themen zu debattieren. Für regionale Autoren hat sich mittlerweile aber auch das Saar-Hunsrück Literatur- und Musikfestival in Saarburg zu einer wichtigen Pilgerstätte entwickelt, auf dem sie ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Nach dem Auftakt im August ist es an diesem Wochenende mit etlichen Lesungen und Konzerten zu Ende gegangen.
Der Journalist Johann Wahlberg wird von seiner Redaktion in dem Krimi "Schweigen - in Gottes Namen" nach Oberbayern geschickt. Er soll über einen Pfarrer berichten, der Morddrohungen erhält. Tatsächlich stößt er in Irland auf einen internationalen Ring von Pädophilen. Wahlberg ist eine Romanfigur des Schriftstellers Emile Claassen, der zurzeit mit einem Verlag über die Veröffentlichung seines Nachfolgeromans verhandelt, der Wahlberg nach Afghanistan führt.
Da hat es Michael Opoczynski einfacher. Der frühere Redaktionsleiter des ZDF-Magazins Wiso geht in seiner Streitschrift "Krieg der Generationen - und warum unsere Jugend ihn bald verloren hat" der Frage nach, in welchem Zustand die deutschen Rentner ihr Land ihren Kindern übergeben. "Viele Orte bluten aus", beschreibt Opoczynski, was er beispielsweise auf einer Wandertour durch die Eifel vor 18 Monaten beobachtet hat. "In Manderscheid stehen viele Häuser zum Verkauf - für 50 000 Euro kann man sie kaufen. Wer dort wohnt, erlebt, wie die Dörfer ihre Einwohner verlieren und ihre Immobilien ihren Wert verlieren." Im Gegensatz hierzu steht das Leben in den Ballungsräumen, wo Busfahrer und Polizisten zu wenig verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Für den Journalisten steht fest, dass die Flüchtlinge helfen könnten, diese Probleme zu lösen. "Die Industrieunternehmen brauchen Arbeitskräfte, da sind sich die entsprechenden Verbände einig. Die Unternehmen brauchen auch Kunden, die ihre Produkte kau fen."
Mit Witz und Humor haben Michael Ophelders und Sabine Brandauer ihr Programm "Kann denn Sünde Liebe sein?" präsentiert. Für die beiden Schauspieler, die bis zum Sommer ein Engagement am Theater Trier hatten, steht natürlich eines fest: "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett." Da bleibt dem Sexualkunde-Professor Blum (Michael Ophelders) nur eines übrig. Er muss in die nächste Kneipe fliehen und seine Lust mit Alkohol abtöten. Aber vielleicht klappt es am Ende dann doch noch mit der studentischen Hilfskraft (Sabine Brandauer).
Mit dem Auftritt von der Schriftstellerin Tanja Kinkel ist das regionale Autorentreffen gestern Abend zu Ende gegangen (ausführlicher Bericht folgt). Brigitte Nehmzow und Tim Kohley vom Verein Literatur-on-Tour, der das Festival gemeinsam mit der Kulturgießerei organisiert hat, sind zufrieden. Rund 300 Zuhörer sind an diesem Wochenende zu den Lesungen und Konzerten gekommen.

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