Schwitzen für guten Zweck

HELENENBERG. Trotz WM-Eröffnung hat sich der achte "Lebenslauf" auf dem Helenenberg bei Welschbillig großer Resonanz erfreut. Zugunsten eines Projekts der Deutschen Welthungerhilfe in Ruanda legte sich besonders die jugendliche Belegschaft der Einrichtung mächtig ins Zeug.

Seit acht Jahren nimmt die Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco auf dem Helenenberg an der Fairplay Tour d'Europe zugunsten der Welthungerhilfe teil. Gekoppelt daran ist je am ersten Wochenende nach Pfingsten eine besondere Veranstaltung, der "Lebenslauf". In diesem Jahr wurde er mit dem Fest zum Tag der Hausgemeinschaft zusammengelegt, um die Teilnahme der ganzen Belegschaft zu ermöglichen. Und auch, um das Gemeinschaftsgefühl beim Engagement für einen guten Zweck zu stärken: "Die Teilnehmer haben sechs Stunden Zeit, beliebig viele, 500 Meter lange Runden zu laufen, zu gehen oder zu walken. Für jeden Kilometer erhalten sie von selbst ausgewählten Sponsoren einen vereinbarten Geldbetrag, der, zusammen mit einem freiwilligen Startgeld gespendet wird", erklärt Georg Heisig, Organisator des Laufs. Der Rekord liege bisher bei 120 Runden, im letzten Jahr seien so 1700 Euro für Hilfe im Rahmen der rheinland-pfälzischen Ruanda-Partnerschaft zusammengekommen. Auch diesmal werde wieder ein Projekt in Ruanda unterstützt, sagt Georg Heisig: "Diesmal spenden wir für den Bau fünf neuer Klassenzimmer in einer Schule in Myunzwe." Heisig leitet die Wohngruppe "Moritz", das sind zwölf Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren, deren Betreuungsschwerpunkt Ausdauersport ist und die eine eigene Laufgruppe bilden. "Gerade beim Sport und besonders bei solchen Veranstaltungen haben wir erlebt, dass unsere Jungs viel engagierter und umgänglicher sind, als man glaubt", sagt Heisig. Bei den Vorbereitungen zum jüngsten Lauf hätten die Jugendlichen viel von der oft fehlenden Eigeninitiative gezeigt. "Sie haben aktiv um Unterstützung geworben und auf diese Weise ein Autohaus als Partner gewonnen." Das Werbetransparent hätten sie völlig selbstständig besorgt.Internetcafé und Kino - diesmal keine Alternativen

Die Einsatzbereitschaft, von der Heisig spricht, ist am Lauftag deutlich sichtbar. Hier kümmert sich eine Gruppe um Vergabe der Startnummern, dort wird der Getränkestand für die Läufer installiert, dort ein Fernseher für die WM-Übertragung. Das alles in lockerer Gute-Laune-Stimmung, bei Musik und strahlendem Sonnenschein. Und als der Startschuss zum Lauf fällt, setzt sich eine große Gruppe in Bewegung, die aus ihrem Ehrgeiz keinen Hehl macht: "Ich mach 45 Kilometer", ruft einer. "Ich sorg dafür, dass die Metaller siegen", ein anderer. Denn verbunden mit dem Lauf ist auch der Wettbewerb der hauseigenen Werkstätten - der manchen davon abhält, die Alternativen Internetcafé oder Kino in Betracht zu ziehen. Ehrgeiz hat jedoch auch Teilnehmer von außerhalb gepackt, nicht nur regionale Läufer, wie die Sportler vom Lauftreff Welschbillig, die jedes Jahr dabei sind. Für Aufsehen sorgt die Teilnahme eines Gastes aus Offenbach: Howe Back, der aus Termingründen diesmal nicht am 100 Kilometer-Lauf in Biel teilnehmen konnte, hatte im Volkslauf-Kalender nach einer Alternative gesucht und war so auf den Helenenberger Lebenslauf gestoßen. "Ich bin schon ein bisschen älter, deshalb werde ich walken, aber ich mache die sechs Stunden durch. 45 bis 48 Kilometer kriege ich hin."

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