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Seemannslieder aus rauen Männerkehlen

Seemannslieder aus rauen Männerkehlen

Musik von den sieben Weltmeeren haben die "blauen Jungs" des Shanty-Chors Freudenburg am Mittwoch in Saarburg präsentiert. Während des Konzerts war der Boemundhof fast schon überfüllt und blieb es selbst bei einsetzendem Regen. Dieser konnte weder die "Seeleute", noch die Besucher erschüttern.

Saarburg. (doth) Seemannslieder von der "Saarkante" singt der Shanty-Chor seit 1995 mit wachsendem Erfolg. Selten war ein Mittwochskonzert so gut besucht wie das der "blauen Jungs" aus Freudenburg. Das Pflaster des Saarburger Boemundhofes war wegen über 600 Zuhörer kaum noch zu sehen.

25 der insgesamt 32 Sänger und Musiker legten unter der Leitung von Werner Gerardy mit klassischen Seemannsliedern los. Der Chor nahm seine Zuhörer musikalisch mit auf eine Reise durch alle sieben Weltmeere. Die begeisterte Menge klatschte, schunkelte und sang kräftig mit.

Unter den gestandenen Mannsbildern auch eine Frau: Marlene Konter, die neben Hans-Jürgen Bechtel, Bernd Metrich, Edwin Stoffel und dem Vorsitzenden Detlef Alexa Soli vom Feinsten schmetterte. Mit dem Vorsitzenden Alexa im Bass und Tenor Theo Bossmann sind aber nur zwei echte Seebären und ehemalige Crewmitglieder auf dem Schulschiff "Gorch Fock" dabei.

Mit zwei Akkordeons, in diesem Fall "Schifferklavieren", Bass, Gitarre, Schlagzeug und zwei Trompeten, mit dem Gesang über große Lautsprecher geleitet, entstand im Boemundhof ein einzigartiges Klangbild.

Kräftig geschwenkt wurden die roten Halstücher, ein Erkennungszeichen des Fanclubs, ohne den der Shanty-Chor niemals auf Reisen geht. "Ohne uns geht das nicht", sagt Gertrud Krüger aus Saarburg, die ihrem Chor nun schon zum sechsten Mal im Boemundhof zujubelte. Für jeden auswärtigen Auftritt wird ein Bus gechartert, der stets voll mit Chorfans ist, die sich nicht satt hören können an "La Paloma", "Wir lagen vor Madagaskar" und "Seemann, deine Heimat ist das Meer". Fan "Hanni" sagt mit Stolz: "Wir haben noch nie einen Auftritt verpasst." Von der besonderen Atmosphäre des Konzerts ließ sich auch Irmi Hild-Gödert aus Freudenburg anstecken: "Es ist einfach schön, dass so viele Leute hier schwungvoll mitsingen." Wegen der Menge der Zuschauer sah es beim Schunkeln fast so aus, als würden sich Wellen auf dem Meer bewegen.

Wasser kam dann aber doch noch, und zwar von oben. Viele Schirme gingen auf. Aber nur wenige verließen den Platz. Der Fanclub zündete Wunderkerzen zum Ausklang.

Das nächste Mittwochskonzert mit den Trierer "Hat Boys" beginnt am 11. August bereits um 19 Uhr, "weil es früher dunkel wird", begründet der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Alfons Piry.

EXTRA Der Shanty-Chor entstand 1995 aus einem Background-Projekt des Musikvereins Freudenburg für den Titel "Conquest of Paradise". Gründer war Dieter Welschbillig. Die 33 Aktiven proben unter dem Motto "Darf es etwas Meer sein?" donnerstags, 19.30 Uhr, im Freudenburger Kolpingsaal. Infos: www.shanty-chor-freudenburg.de. (doth)