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Stärken betonen, Defizite ausgleichen

Ist das vermeintlich "starke Geschlecht" wirklich so stark? Ganz bestimmt nicht, finden die Jugendpfleger Bernd Hermesdorf und Rainer Schnettler, die zum zweiten Mal einen Hermeskeiler "Jungentag" veranstalteten, der mit seinen Angeboten sowohl die körperliche wie die seelische Entwicklung betonte.

Hermeskeil. (doth) Ganz bewusst wurde das Angebot für Jungs auf den "Girls' Day" gelegt, denn Jugendpfleger Bernd Hermesdorf ist sich mit dem Initiator des "Jungentages", Rainer Schnettler, einig: "Jungs haben es beim Erwachsenwerden viel schwerer als Mädels." Da muss etwas getan werden, beschloss man 2004 am runden Tisch.

Die zweite Auflage ließ jedoch fünf Jahre auf sich warten. In den sechs Angeboten wurden für die 70 Teilnehmer zwischen 13 und 16 Jahren Aktions- und Gefühlserlebnisse gleichermaßen verteilt. Jeder Junge erlebte an diesem Tag jeden dieser Aspekte. Angeboten bekamen die Teilnehmer BMX-Fahren, Kochen, den "Kondomführerschein", Lebens- und Berufsplanung, die Entspannungstechnik "Wing Tsun" sowie viele nützliche Informationen zu körperlicher Fitness und gesunder Ernährung.

Deutscher Meister führt BMX-Tricks vor



Aus verständlichen Gründen wollten die Teilnehmer des "Kondomführerscheins" unter sich bleiben. Hier wurde Klartext gesprochen und am Holzmodell die richtige Handhabung des "Gummis" geübt.

Richtig viel Spaß hatten die Jungs beim BMX- Fahren, denn hier konnte der ehemalige Deutsche Meister Axel Reicherts aus Trier als Kursleiter gewonnen werden. "Diese Tricks sind eine echte Herausforderung", fand der 15-jährige Paul Lüling aus Hermeskeil, der diesen Sport schon seit zwei Jahren ausübt.

Richtig gut im Kochen, auch zu Hause für die Eltern, sind Simon Klein aus Hilscheid, Tobias Konrad aus Hermeskeil und Nils Conrad aus Dhronecken, die in der Küche der Realschule die Kochlöffel schwangen.

"Wir wollen den Jungs vermitteln, dass sie so wie sie sich verhalten und fühlen, gut und richtig sind", fasst Schnettler zusammen. Das Selbstbewusstsein wurde geschult und Erfolgserlebnisse vermittelt. Die jahrelange Pause zwischen zwei "Jungentagen" sehen Hermesdorf und Schnettler jedoch als Defizit.

"Alle zwei Jahre sollte das stattfinden, damit für Mädels nicht mehr getan wird als für Jungs", meint Jugendpfleger Hermesdorf.