Stimmung vom ersten Ton an

Im Rahmen der Reihe "Hermeskeiler Kultur(er)leben" gastierte erstmals das Heimatvarieté Saalü! in der Hochwaldstadt. Etwa 200 Besucher hatten ihren Spaß im Saal des Mehrgenerationenhauses.

Hermeskeil. Kaum erklingen die ersten Akkorde, sinkt und schunkelt das Publikum auch schon mit. Mit Stimmungsliedern wie "Seht das Glas in meiner Hand" scheint das wie von selbst zu funktionieren. Doch es ist auch ein gutesTeam, dass das Heimatvarieté Saalü!, ein vom Kultusministerium unterstütztes Projekt des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, nach Hermeskeil entsandt hat.
Die Musiker von The Beez - Deta Cordelia Rayner, die auch moderiert, Rob Rayner, Peter D'Elia und Anette Kluge als Marlene - wissen, was ankommt bei den Leuten. Ebenso wie Eierlikörfan Waltraud (Rike Radloff), die mit ihrem Tablett und ihrem unerschütterlichen Humor immer unerwartet im richtigen Moment herein platzt.
Einen erheblichen Teil des Programms meisterte das Hermeskeiler Publikum selbst. Großen Anklang fand etwa das Debüt von Gerhard Piroths jungem Blechbläser-Ensemble der Kreismusikschule. Ebenso wie die Dorfmusikanten Willi Auler, Josef Klas und Martin Schneider, die unter anderem ein für den Abend getextetes Lied vortrugen. Mit Gitarre, Akkordeon und Teufelsgeige spielten sie dazu auch gleich die passende Musik.
Die etwa 200 Besucher im Mehrgenerationenhaus waren begeistert - zumal sich Auler kurz zuvor auch als Poet bewiesen hatte. Als Erster Stadtbeigeordneter hatte er sich Gedanken gemacht zu seiner Stadt und zu Stadtbürgermeister Matthias Queck, der erfreulicherweise "gut in der Spur" gehe.
Mit seiner Liebeserklärung an Hermeskeil verdiente er sich den begehrten Saalü-Wanderpokal, überreicht von Queck, der ihn für die Yes Angels angenommen hatte. Denn über deren Weltmeisterschaft im Mülltonnenrennen berichtete laut Moderatorin Deta sogar die Berliner Zeitung.
Das Tabu-Thema des Abends, die Kostenexplosion im Feuerwehrmuseum, sprach sie selbstverständlich ebenfalls an, was Queck nicht erschütterte. Wenn in Berlin der Brandschutz mal nicht funktioniere, werde die tüchtige Hermeskeiler Wehr gerne helfen, versprach er.
Dass die Stadt und ihre Nachbar-Kommune Reinsfeld ab und an ein wenig konkurrieren, könnte laut Kurt Bach, Vorsitzender des Kulturgeschichtlichen Vereins Hochwald, historische Gründe haben. Denn bevor Hermeskeil, das seit 1879 Amtsgerichtssitz ist, 1814 Standort des früheren Friedensgerichtes wurde, war dieses in Reinsfeld ansässig, was möglicherweise bis heute nachwirkt.
Weitere Gespräche, wie mit Christel Roder oder Jürgen Schuh, Bernd Schmidt und Franz Müller, umrahmten Ton in Ton das Tinny Brass Ensemble und wieder The Beez. "Super, das macht Spaß hier - und es ist richtig gute Stimmung im Saal", kommentierte Hannah Weiler (21) aus Hermeskeil. So etwas könnte ruhig jedes Jahr stattfinden, sagte Klaus-Dieter Schmitt. "Das ist eine bombige Veranstaltung", sagte er. Und es sei schön zu sehen, dass Saalü! auch viele ältere Besucher gelockt habe.
Nächster Termin in der Kapelle


Das Gastspiel des Heimatvarietés, das für die Stadt eine Premiere war, fand im Rahmen der Kulturreihe "Hermeskeiler Kultur(er)leben" statt. Die nächsten Termine sind eine musikalische Matinee mit Gitarrist Buck Wolters in der Kapelle der St. Josef-Klinik, Samstag, 3. Oktober, 11 Uhr, sowie am Montag, 5. Oktober, 19.30 Uhr, ein Konzert mit dem Chorprojekt Smile in der Martinuskirche. Außerdem ist noch bis Freitag, 9. Oktober, die Ausstellung mit Werken des Trierer Künstlers Roland Grundheber im Erdgeschoss der Volksbank zu sehen.