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Windräder am Schimmelkopf: Im Sommer ist Baubeginn

Waldweiler/Weiskirchen. Für die vier geplanten Windräder auf dem zur Gemeinde Weiskirchen gehörenden Schimmelkopf liegt inzwischen eine Baugenehmigung vor. Ihre Errichtung soll nach Angaben des Investors Juwi schon im Sommer beginnen. Diese Entwicklungen auf saarländischer Seite nähren die Hoffnungen der Ortsgemeinde Waldweiler, dass sie ihrerseits Anlagen am Teufelskopf aufstellen kann. Axel Munsteiner

Waldweiler/Weiskirchen. Der grenzüberschreitende Windpark, den die Gemeinden Weiskirchen (Saarland) und Waldweiler (Verbandsgemeinde Kell) gemeinsam auf dem Höhenzug des Schwarzwälder Hochwalds verwirklichen wollen, sorgt seit langem für heftige Diskussionen (siehe Extra). In der jüngsten Sitzung des Waldweilerer Rats, der geschlossen hinter diesem Projekt steht, war der Windpark erneut ein wichtiges Thema. Dabei berichtete Stefan Kuczera, Projektmanager der Investorenfirma Juwi, vom aktuellen Sachstand auf der saarländischen Seite im Bereich des Schimmelkopfs.
Laut Kuczera liege für die dortigen vier Anlagen inzwischen die immisionsschutzrechtliche Genehmigung vor. Insofern will Juwi noch im Sommer mit der Errichtung dieser Räder beginnen und sie bis Ende 2014 in Betrieb nehmen. Gerodet wurden die Flächen am Schimmelkopf schon. Juwi ist auch Vertragspartner der Gemeinde Waldweiler, die ihrerseits am Teufelskopf drei Anlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern aufstellen will und dafür pro Rad und Jahr 100 000 Euro Pachteinnahmen erhalten würde. Die neuen Entwicklungen auf saarländischer Seite machen den Waldweilerer Ortschef Manfred Rauber (SPD) und den Rest des Rates optimistisch. "Das ist für uns ein Grund zum Durchatmen. Wir sind uns mehr als sicher, dass wir unseren Windpark auf dem Teufelskopf realisieren können", so Rauber. Wenn nämlich auf saarländischer Seite Räder gebaut werden, gebe es mit Blick auf das Landschaftsbild ohnehin eine "Vorbelastung". Das wiederum sei ein wichtiges Kriterium bei der Frage, ob Windräder in der Naturpark-Kernzone zulässig sind. Außerdem sei der Teufelskopf ein besonders windhöffiger und damit ertragreicher Standort. Laut Kuczera rechnen die Investoren damit, dass dort pro Rad und Jahr bei rund 3700 Volllaststunden ungefähr 11 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden können. In Bezug auf die Weiskircher Räder ist es nach Angaben des Juwi-Mannes so, dass mit der Genehmigung "stärkere und restrikitivere Abschaltregelungen" verbunden sind, da die Existenz der geschützen Mopsfledermaus nicht ausgeschlossen werden könne. In diesem Zusammenhang sei derzeit ein Freiburger Institut mit der Erstellung eines Gutachtens beschäftigt, so Kuczera. Der Waldweilerer Rat fasste abschließend zwei Beschlüsse. Zum einen beauftragte er die Firma Juwi, den Bauantrag für die Waldweilerer Anlagen vorzubereiten. Er soll bis Sommer bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg eingereicht werden. Wunsch der Waldweilerer ist es, dass ihre Anlagen dann im Lauf des Jahres 2015 aufgestellt werden. Im Übrigen erwartet die Ortsgemeinde bis zur nächsten Ratssitzung am 16. Mai eine Rückmeldung seitens der kommunalen Energiefirma der VG Kell, der sogenannten AöR. Ihr hat die Gemeinde ein Angebot gemacht, das die AöR finanziell an den Einnahmen des Windparks am Teufelskopf beteiligen würde. Die Gemeinde will 25 Prozent ihrer Pachteinnahmen abgeben, was 75 000 Euro pro Jahr entsprechen würde. Darüber hinaus ist Juwi zu einer Einmalzahlung von 750 000 Euro bereit. Bisher habe die AöR aber noch keine Aussage getroffen, ob sie an diesem Angebot Interesse hat, so Rauber.Extra

Gegen den geplanten Windpark Weiskirchen/Waldweiler gibt es unter den Nachbarorten in der VG Kell - zum Beispiel Schillingen, aber auch seitens des Landal-Ferien-dorfs in Kell - großen Widerstand. Zuletzt hatte sich der VG-Rat, der für das Flächennutzungsplanverfahren zuständig ist, mehrheitlich gegen die Errichtung von Windrädern in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück ausgesprochen. Diese Entscheidung würde auch den Standort Teufelskopf betreffen (der TV berichtete). ax