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Blick hinter die Kulissen: Tenor aus Trier erzählt

Trier. Schon erstaunlich, was manche aus ihrem Leben an Details behalten. Dietmar Cordan gehört zu den Glücklichen, die einfach nichts vergessen.

Seine Autobiografie mit dem nicht ganz zutreffenden Titel "So wurde ich Opernsänger" strotzt von interessanten und manchmal auch sehr alltäglichen Einzelheiten.
Cordan, bürgerlich Dietmar Stommel und Jahrgang 1941, schildert wortreich und wortgewandt seine Kindheit in Trier, Ausbildung und Beruf als Drogist. Bis 1966 - Cordan war immerhin schon 25! - die Sänger-Ausbildung an der Berliner Musikhochschule begann.
Dann die Stationen Köln, Hof, Salzburg, Augsburg, Essen und eine europaweite Präsenz als freier Sänger. Da entwickelt sich Cordans Buch von einer Selbstbeschreibung, wie sie auch von jedem anderen dieser Generation stammen könnte, zu einem detaillierten Blick hinter die Kulissen des Opern- und überhaupt des Musikbetriebs.
Ulkige Erinnerungen gibt es zahnlreiche und ernste dazu, Erfolge und auch Niederlagen, kurz: die Höhen und Tiefen eines Sängerlebens. Wer am Ende des Buchs auf Lebenslauf, die gesungenen Partien, die Gastspiele und Konzerte und das umfangreiche Repertoire von allein 50 Opernpartien stößt, der zieht den Hut.
Der Blick ins Personenregister des sorgfältig edierten Bandes zeigt zudem, mit wie vielen großen Musikerkollegen und -kolleginnen er zusammenarbeitete. Chapeau! mö
Dietmar Cordan, So wurde ich Opernsänger, 303 Seiten, Verlag Dohr, Köln, 24,80 Euro.