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Das späte Echo des Erfolgs

Das späte Echo des Erfolgs

Einzigartig in Deutschland: Der rheinland-pfälzische Rockbuster-Wettbewerb hat sich in der Musikszene etabliert. Der Gewinner darf sich Chancen auf eine Karriere ausrechnen: Mit Jupiter Jones und Auletta sind aktuell gleich zwei frühere Rockbuster-Sieger für Deutschlands wichtigsten Musikpreis, den Echo, nominiert.

Trier. Bandwettbewerb? Ach, lass mal! Nicht wenige Rock- und Pop-Musiker haben mit "Contests" oder vermeintlichen Förderpreisen schlechte Erfahrungen gemacht. Mal wollen sich die Veranstalter nur die Taschen vollmachen, mal stellt sich die Frage, warum man überhaupt einen Rapper mit einer Deathmetal-Truppe vergleichen sollte. Ist ja Musik, kein Tennis.
Auch der Rockbuster vergleicht Bands nach Qualität und Potenzial, aber er nimmt eine Sonderstellung ein. "Es geht uns ausschließlich um die Förderung der Bands", sagt der geschäftsführende Vorsitzende des Ausrichters LAG, Markus Graf. Er kann Erfolge vorweisen. Kürzlich wurden die Nominierten für den Musikpreis "Echo" (siehe Extra) vorgestellt - und gleich zwei frühere Rockbuster-Sieger sind in der Kategorie "Bestes Video national" nominiert, die Eifeler von Jupiter Jones sowie Auletta (Mainz). Konkurrenten sind in der Online-Abstimmung unter anderem Rammstein, Seeed und Grönemeyer. Jupiter Jones ist auch für den Radio-Echo nominiert. Beim seit 1995 ausgetragenen Wettbewerb werden jährlich drei Gewinnerbands gekürt, über Vorrunde (unter anderem in Trier, 12. Mai), Zwischenrunde und Finale. Amtierender Sieger sind die drei Jungs von Monoshoque (Trier und Eifel), die auch Kontakte dank Rockbuster-Förderung aufgebaut haben: So hat die Band ihre EP im renommierten Kölner Maarwegstudio bei Wolfgang Stach (BAP, Guano Apes, Jupiter Jones) aufgenommen. Graf erklärt, wie es dazu kam: "Wolfgang Stach saß in der Rockbuster-Jury und hat Monoshoque dort gesehen." Und er hat sie für gut befunden: Monoshoque geht Ende März mit Jupiter Jones auf Tour, im Mai steht die erste Headliner-Tour durch Deutschland an. Insgesamt teilen sich die drei Rockbuster-Gewinnerbands - Monoshoque wurde Erster, aber auch der Zweite und Dritte werden unterstützt - Förderungen im Gesamtwert von 20 000 Euro. Dass das möglich ist, liegt an der finanziellen Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz. 2011 flossen insgesamt 95 000 Euro, inklusive der Personalkosten. In anderen Bundesländern gibt es keinen vergleichbaren Wettbewerb für junge Musiker unter 30 Jahren. Das ermöglicht den Machern, umstrittene Bandcontest-Varianten außen vor zu lassen, à la: Wer die meisten Fans ankarrt, gewinnt. "Wir haben dann im Zweifelsfall lieber ein paar Zuschauer weniger, wenn wir dann aber die beste Band finden", sagt Graf.Extra

In fünf regionalen Vorentscheiden in Trier, im Westerwald, in Ludwigshafen, Mainz und Koblenz werden ab dem 20. April die Finalisten um Titel der besten Nachwuchs-Bands des Landes gesucht. Bewerbungen sind bis zum 31. März möglich. Am 12. Mai findet die Trierer Vorrunde in der Tuchfabrik statt. 2009 hatte die Trier-Konzer Formation Project 54 gewonnen und spielte 2010 bei Rock am Ring und bei vielen weiteren Konzerten und Festivals. Project 54 bringt am 17. März ihr drittes Studioalbum heraus (Release-Party in der Tufa Trier). Bewerben können sich Nachwuchsbands aus Rheinland-Pfalz, deren Musiker unter 30 Jahre alt sind, die noch keinen Plattenvertrag haben und ausschließlich eigene Kompositionen beim Wettbewerb vortragen. sve rockbuster.de Extra

Der Echo, der wichtigste deutsche Musikpreis, wird seit 1992 verliehen. Die nächste Gala geht am 22. März in Berlin über die Bühne. Dort sind in 26 Kategorien unter anderem Adele, Lady Gaga, Coldplay und Udo Jürgens nominiert - für das beste Video aber auch die einstigen Rockbuster-Gewinner Jupiter Jones (Eifel, für das Video von "Still") und Auletta (für "Make Love Work"). AF