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Die Metropole nebenan

Imposante Technik, imposantes Programm: Innenansicht des Grand Théâtre Luxemburg. Foto: Theater
Imposante Technik, imposantes Programm: Innenansicht des Grand Théâtre Luxemburg. Foto: Theater
LUXEMBURG. Mit einem hochkarätigem Programm in Sachen Musiktheater, Tanz und Schauspiel starten die Theater der Stadt Luxemburg in die Kulturhauptstadt-Saison 2006/2007. Dem Publikum der Region bietet es Begegnungen mit Spitzenproduktionen aus ganz Europa. ARRAY(0x12a8c678)

Wer etwa die spannendste Neuproduktion von Mozarts "Zauberflöte" erleben will, braucht im Sommer weder zu den Wiener Festwochen noch zum Festival nach Aix zu fahren: Vom 6. November an gastiert sie im Luxemburger "Grand Théâtre", inszeniert und ausgestattet von der polnischen Regie-Legende Krystian Lupa. Nur einer von vielen großen Namen, so wie Robert Carsen, dessen "Jenufa" im März 2007 aus Antwerpen kommt, oder Sasha Waltz, die im Mai 2007 Cherubinis "Medea" in Szene setzt. Das Duo Brecht/Weill ist gleich zwei Mal vertreten, mit "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (ab 11. Mai 2007) und der "Dreigroschenoper" (ab 13. April 2007), beides aufwändige Koproduktionen im Rahmen der "Kulturhauptstadt". Neben die Oper tritt als unverkennbares Luxemburger Profil-Element das freie Musiktheater mit viel Spielraum für neue Ideen. Brahms' "Schöne Magelone" in einer deutsch-französischen Erzählfassung (2. Dezember 2006), Mozarts "Entführung aus dem Serail" aus orientalischer, also umgedrehter Sicht (21. November 2006), Molières "Bürger als Edelmann" mit Musik von Lully (30. Januar 2007): Das ist nur ein Ausschnitt aus einem breiten Spektrum spartenübergreifender Stücke. Beim Tanztheater geben sich Star-Choreographen wie Anne Teresa de Keersmaker, Jiri Kylian und Philippe Talard die Klinke in die Hand. Gleich mit zwei Produktionen gastiert der König des neuen Flamenco-Stils, Israel Galvan (15./16. Dezember 2006). Bei der Produktion "Drown Desdemona" nach Shakespeare (6. Juli 2007) kommt die FH Trier zu besonderen Ehren: Ihre Studenten gestalten Kostüme und Accessoires. Mit rund 40 Produktionen bietet das Schauspiel im Grand Théâtre und im Kapuzinertheater eine beeindruckende Leistungsschau deutschsprachiger und französischer Bühnen. Renommierte Häuser wie das Thalia Hamburg, das Schauspielhaus Wien, das Chaillot Paris, die Münchener Kammerspiele geben ebenso ihre Visitenkarte ab wie eine Reihe herausragender Schauspieler. Helmut Berger, Gerd Silberbauer, David Bennent, Robin Renucci, André Dussolier, Christoph Bantzer - solche Namen lassen die Herzen von Theaterfans ebenso höher schlagen wie die von Regisseuren wie Andreas Kriegenburg, Christoph Marthaler und Uwe Eric Laufenberg. Das Repertoire umfasst Klassiker wie Brechts "Kaukasischen Kreidekreis", die "Orestie" von Aischylos, Shakespeares "Cymbeline", Sophokles' "Antigone", Kleists "Prinz von Homburg". Aber es gibt auch viele neue, eigenproduzierte Stücke, dazu Literatur-Bearbeitungen wie Manns "Buddenbrooks" und Frischs "Stiller" sowie musikalische Grenzgänge mit den "Liederabenden" von Franz Wittenbrink oder einer Rockversion von Schuberts "Winterreise".Koproduktion mit dem Theater Trier

Erfreulich, dass diesmal auch die Zusammenarbeit mit dem Trierer Theater besser klappt. Gemeinsam zeigt man mit Falk Richters "Unterm Eis" im Januar ein brandaktuelles und keineswegs leicht verdauliches Stück. Ausgerechnet die Spielzeit-Eröffnung hat man angesichts all der "hohen Kultur" den Kindern überlassen. "Aladins Wunderlampe" mit der Musik von Nino Rota ("Der Pate") wird für das junge Publikum aufbereitet (ab 1. Oktober 2006). Und nicht nur da zeigen die Luxemburger ein Herz für den Theater-Nachwuchs: Der Eintrittspreis für "Jeunes" beträgt bei allen Aufführungen der Saison acht Euro. Und auch die Erwachsenen sind mit 25 bis 65 Euro (Musiktheater) und 20 Euro (Schauspiel) angesichts der Qualität des Angebots günstig bedient. Infos zu Programm und Kartenbestellung: 00352/4708951. Internet: www.theater-vdl.lu; www.luxembourg-ticket.lu