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Ein Raum für junge Talente

Ein Raum für junge Talente

Nicht nur die großen Namen, sondern auch der Nachwuchs steht im Fokus des Mosel Musikfestivals. Die Reihe "Musikalische Auslesen" ist eine Plattform, die ausschließlich den Musikern von morgen gehört.

Gerhard Vielhaber spielt am 15. August in der Synagoge in Schweich. Foto: privat

Schweich. (gkl) Pianisten gibt es wie Sand am Meer. Nicht wenige weisen ein großes Talent auf, sind Musiker durch und durch. Aber der Musikmarkt für Pianisten ist eng und umkämpft. Wer in diesem Genre Karriere machen will, muss eine wahrhafte Ochsentour bestehen, bevor er von den Konzertveranstaltern und der Öffentlichkeit in der Form wahrgenommen wird, dass er von seiner Beethoven-, Chopin- oder Brahmsinterpretation leben kann.

Schon seit vielen Jahren widmet sich das Mosel Musikfestival mit einer eigenen Konzertreihe diesen jungen Künstlern, bietet ihnen eine Plattform, auf der sie ihr Können unter Beweis stellen können. "Ein Festival wie das unsere lebt natürlich von den bekannten großen Namen, die bei uns gastieren", sagt Intendant Hermann Lewen im TV-Gespräch. "Eine wichtige Aufgabe für uns ist es aber auch, im Gesamtkonzept einen Raum für die Musikerinnen und Musiker zu schaffen, die sich heute anschicken, morgen in der ersten Reihe zu stehen. Darum haben wir schon vor vielen Jahren die Konzertserie Musikalische Auslesen ins Leben gerufen, mit der wir in jeder Spielzeit vier jungen Talenten genau diesen Raum geben."

Unterstützt von einem großen japanischen Klavierbauer ist Lewen deshalb in jedem Jahr auf der Suche nach jungen Talenten, die er zu dieser Konzertreihe einladen kann. Manchmal kann es dabei aber auch zu Überraschungen kommen, wie in der Spielzeit 2003. Eingeladen war unter anderem der deutsche Nachwuchskünstler Severin von Eckardstein. Wenige Tage vor dessen Konzerttermin an der Mosel konnte er jedoch den bedeutenden Wettbewerb "Reine Elisabeth" in Brüssel für sich entscheiden. Lewen: "Mit diesem ersten Preis sind vielfältige Konzertverpflichtungen verbunden. So gerne wir von Eckardstein in unserem Festival gehabt hätten, es war ein Gebot der Fairness, ihn aus seiner vertraglichen Verpflichtung zu entlassen."

Fanden die Konzerte bisher immer im Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel-Kues statt, wird sich dies in diesem Jahr ändern. "Für noch unbekannte Namen kommt kaum ein Konzertbesucher von Trier oder Cochem nach Kues", sagt Lewen zu dieser Änderung. "Deshalb werden wir mit der Serie jetzt auf Reisen gehen. Den Anfang machen wir in der Synagoge in Schweich." Ab Sonntag, 25. Juli, werden dort jeweils um 17 Uhr Werke von Franz Liszt und Wolfgang Amadeus Mozart, von Frédéric Chopin, Robert Schumann und Johannes Brahms erklingen. Den Auftakt gestaltet die japanische Pianistin Ayano Shimada. Am 1. August greift mit Hardy Ritter aus Rüsselsheim ein Pianist in die Tasten, der 2009 mit dem Echo-Klassik-Preis als Nachwuchskünstler des Jahres ausgezeichnet wurde. Am 8. August kommt mit dem 1988 geborenen Polen Jacek Kortus der Jüngste der diesjährigen Serie an die Mosel. Das Finale bestreitet am 15. August der deutsche Künstler Gerhard Vielhaber aus Attendorn.

Das komplette Programm gibt es im Internet unter www.moselmusikfestival.de. Karten sind in den TV-Service-Centern in Trier, Bitburg und Wittlich erhältlich.