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Die Kulturmacher Stephan Moll und Hans-Peter Lorang
Kulturmacher : Premiere für Buchmesse in Trier

Die Kulturmacher Stephan Moll (links) und Hans-Peter Lorang.
Die Kulturmacher Stephan Moll (links) und Hans-Peter Lorang. FOTO: Anne Heucher / TV
Trier. Pioniergeist: Zwei regionale Autoren wollen in Trier eine Buchmesse etablieren. Am Freitag und Samstag läuft die erste Auflage im historischen Frankenturm.
Annemarie Heucher

Ein Verleger und ein Autor. Zwei, die die Literatur lieben. Und die finden, dass Bücher wieder mehr Wertschätzung bekommen sollten. Stephan Moll, Verleger aus Kordel, kann nicht verstehen, „dass Trier eine Kulturstadt ist, die sich so wenig um die Literatur kümmert“. Da passe eine eigene Buchmesse doch wunderbar ins Profil. Moll selbst fährt jedes Jahr ins luxemburgische Walferdange, wo die Gemeinde mit einer der wichtigsten Kulturveranstaltungen des Großherzogtums Tausende Fans aus der Großregion anzieht. Als Moll das Thema Buchmesse bei Hans-Peter Lorang ansprach, Autor aus Neuhütten im Hochwald, waren die beiden sich schnell einig: „Wir müssen was tun.“ Und das an einem besonderen, einem  historischen Ort.

Zwei Jahre haben die beiden nun geplant und die Buchmesse im Frankenturm in Trier auf die Beine gestellt. Der alte Wohnturm bietet am 6. und 7. April Stände, Lesungen, Autoren-Interviews, Diskussionen und Unterhaltung rund ums Buch. Allen Beteiligten gemeinsam ist der Bezug zur Region – auch wenn sie sonst ganz unterschiedliche Themen und Zielgruppen ansprechen. Resemie Kertels zum Beispiel bringt Kindern das Leben im mittelalterlichen und römischen Trier nahe – auch durch selbst gebautes Spielzeug. Michaela Knospe hat ebenfalls Kinder im Blick, wenn sie ihre Schatzkiste öffnet und aus „Käpten Schisshose“ und weiteren Büchern liest. Dagegen behandelt Dagmar Braunschweig-Pauli das kontroverse Thema Jod. Auch die Genres sind vielfältig: Neben Sach- und Kinderbuch sind historische Romane, Lyrik, Krimi und Fantasy dabei. Über 20 Aussteller beteiligen sich an der Buchmesse – laut Moll hätten es noch viel mehr sein können, wenn es auf den drei Etagen noch mehr Platz geben würde. „Die Resonanz war so groß, dass wir gar nicht alles unterbringen konnten im Programm.“

Vor rund zehn Jahren, erinnert sich Moll, gab es in Trier in der Tufa den Versuch, eine Buchmesse zu präsentieren. Danach hat man es auf Landesebene probiert, Moll und Lorang fuhren drei mal zur Buchmesse nach Mainz, bis deren Umzugspläne nach Bad Kreuznach das ganze Projekt zu Fall brachten. Dabei sei die Nachfrage vorhanden. „Wir machen das wirklich aus Freude an der Literatur“, sagt Hans-Peter Lorang, der an beiden Tagen die Moderation übernimmt. Es gehe ihnen nicht darum, Geld zu verdienen. Die Buchmesse, an der übrigens auch Buchhandlungen aus der Region beteiligt sind, solle nur kosten­deckend sein. Genauso sieht er auch sein eigenes Schreiben. Mehrere Bücher hat Lorang bereits veröffentlicht, alle mit regionalem Bezug. Daneben ist er als Kulturwanderführer unterwegs, unternimmt „Lesewanderungen“ rund um das Hunsrückhaus bei Hermeskeil oder an historischen Stätten. Stephan Moll führt Gäste durch die Burg Ramstein.

Was die beiden sich wünschen? Erstmal den Erfolg der Buchmesse natürlich, viele Besucher. Und dann überlegen sie für die Neuauflage, Literatur nicht nur (vor-)lesend zu präsentieren, sondern auch inszenatorisch. Aber das ist Zukunftsmusik.