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Theatermaske an Kristina Stanek verliehen

Theatermaske an Kristina Stanek verliehen

Zu einer festlichen Gala anlässlich des 50. Geburtstags des Theaterbaus am Augustinerhof hatte das Theater Trier eingeladen. Höhepunkt des Abends war die Verleihung der „Theatermaske“ an die Sopranistin Kristina Stanek .

Ein halbes Jahrhundert steht in diesem Jahr der Theaterbau am Augustinerhof. Grund genug, den runden Geburtstag mit einer Gala zu feiern und auf seine Geschichte hinzuweisen. Die Lacher auf ihrer Seite hatten im vollen Haus der scheidende Michael Ophelders als verschrobener wie scharfsinniger Professor Busch und seine studentische Hilfskraft Gerhard Weber, als sie die unwegsame Frühgeschichte des Baus in Erinnerung riefen. Einmal mehr zeigte sich: nichts geht ohne Print-Medien. War doch die wichtigste Quelle des humorigen Geschichtsrapports der Trierische Volksfreund. Neuerlich wurde klar: "Sein oder Nichtsein" stand im Haus am Augustinerhof von Anfang an zur Debatte.

Bereits zwei Jahre nach Eröffnung lautete die Frage "Kann sich Trier ein Drei-Sparten-Haus leisten?". Den künstlerischen Willen und das Engagement mag die unsichere Existenz bisweilen eher gestärkt haben. So wie damals, als der mittlerweile hochprominente, aber immer schon aufmüpfige Hans Neuenfels als Dramaturg die hiesige Szene mit seiner Badewannennixe aufmischte (seinerzeit noch züchtig mit Bikini bekleidet).

Dass die Freude am Spiel und der Wille zur künstlerischen Leistung unverändert im Haus vital sind, demonstrierte eindrucksvoll und höchst unterhaltsam das Programm der Gala. Mit im Boot: das Philharmonische Orchester der Stadt Trier. Wie vor 50 Jahren begann der Abend mit Beethovens Fidelio. Victor Puhl ließ die Musik der Ouverture leuchten. Mitreißend erklang unter Jongbae Jees frischem Dirigat Jacques Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt". Bestens disponiert war auch der Opernchor in "Carmen". Der präsentierte Querschnitt durch kommende Produktionen machte zudem hörbar, über welch gute Sänger das Theater verfügt - darunter die großartige Kristina Stanek oder Svetislav Stojanovic, der in der Arie des Lenskij aus Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin" beeindruckte. Als "Mann von La Mancha" rief Amadeu Tascas Bariton dazu auf, dem eigenen Traum zu folgen.

Höhepunkt der Gala war die Verleihung der Theater-Maske durch die "Gesellschaft der Freunde des Trierer Theaters". Trägerin und Gewinnerin 2014 des wichtigen Kulturpreises ist die Mezzosopranistin Kristina Stanek. Als "leistungsfähiges Multitalent", deren zahlreiche Gastspiele zudem die Leistungsfähigkeit des Trier Theaters bewiesen und seine Bedeutung verbreiteten, würdigte Hiltrud Zock, die Vorsitzende der Theatergesellschaft, die neue Preisträgerin. "Ihr Mezzosopran macht Gänsehaut", sagte Zock. Kristina Stanek, deren wunderbare Stimme als "Carmen" schon vorher einmal mehr das Votum der Jury gerechtfertigt hatte, machte angesichts der unerwarteten Auszeichnung regelrechte Luftsprünge. "Sie sind das beste Publikum der Welt" rief sie strahlend in den Saal.

Gemeinsam mit Zock gaben Katrin Hülsmann und Marlise Wolff die weiteren nominierten Künstler bekannt und würdigten ihr Engagement. Dank galt auch dem Mitinitiator der Theatermaske und langjährigem Begleiter und Ratgeber der Theatergesellschaft, dem verstorbenen Volksfreund-Redakteur Dieter Lintz. "Er war ein treuer, konstruktiv-kritischer Freund, voller Wertschätzung für das Theater und seine künstlerische Leistung", sagte Zock sichtlich bewegt. Mit der Arie "Non più di fiore" aus Mozarts Oper "La Clemenza die Tito", gesungen von Joana Caspar , schloss der Abend.