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Luxemburgische Redewendungen mit Bauer

Lexikon : E laténgesche Bauer

Der Bauer im Deutschen heißt auch im Lëtzebuergeschen einfach nur Bauer. Von daher muss man sich nicht groß umstellen. Und doch gibt es einige Redewendungen, Sprichwörter oder Zusammensetzungen, die typisch für die Sprache unserer Nachbarn sind. Wir stellen einige vor:

En décke Bauer

Großbauer oder reicher Bauer

E klenge Bauer

Kleinbauer, auch: Kräizerbaierchen

Kéi-/Uessebauer

Kuh-/Ochsenbauer im Gegensatz zum reicheren reicheren Päärdsbauer (Pferdebauer)

E laténgesche Bauer

Jemand, der studiert hat, aber zum Bauersein unfähig ist

E Bauer, e Béier an e Stéier, dat sin dräi ongemälleger Dénger.

Ein Bauer, ein Bier und ein Stier, das sind drei unangenehme Dinge.

Bei engem gudde Bauer läit kee Stéck brooch.

Ein guter Bauer hat seinen Betrieb im Griff.

Wörtlich: liegt kein Stück brach.

Déi dommst Bauern hun déi déckst Gromperen.

Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.

Übertragen für:

Ohne größere geistige Anstrengung einen hohen Gewinn erzielen.

 Wat de Bauer nët kennt, dat frësst hien nët.

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Übertragen für. Jemandem oder etwas Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen sein. 

Jidderee lueft séng Kanner wéi de Bauer séng Ranner.

Jeder lobt seine Kinder wie der Bauer seine Rinder.

Übertragen: Eltern lassen nichts auf ihre Kinder kommen so wie der Bauer nichts auf seine Rinder kommen lässt.

E gudde Bauer verdréit am Joer zéng Pond Dreck.

Ein guter Bauer verträgt im Jahr zehn Pfund Dreck.

Übertragen für: Ein Bauer ist nicht empfindlich.

Sabine Schwadorf

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch „Luxemburger Allerlei – Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.