Ausschuss schließt zunächst noch keine Trinkwasserquellen aus

Ausschuss schließt zunächst noch keine Trinkwasserquellen aus

Noch hat der Thalfanger Werkausschuss nicht entschieden, ob auf Trinkwasserquellen, die der Zusatzversorgung dienen, verzichtet wird. Die Entscheidung wurde vertagt, sie berge zu viel Brisanz, hieß es.

Thalfang. Der Verzicht auf Trinkwasserquellen ist ein heikles Thema. So formulierte es jedenfalls der Berglichter Alfred Eberhard im Thalfanger Werkausschuss für seinen Ort. Er ergänzte: "Viele sagen immer noch: Wir haben eigenes Wasser, wir brauchen das aus Thalfang nicht."
Doch ging es in der über eine Stunde andauernden Diskussion im Ausschuss nicht primär um lokalpatriotische Stimmungen. Viel mehr stand die Frage im Mittelpunkt: Wie viel Sicherheit soll es bei der Wasserversorgung in der VG geben, und wie viele Quellen braucht man dafür?
Problem Stromausfall


Die Frage steht an, weil einige der Rechtsverordnungen zu den Schutzgebieten, die um solche Quellen definiert werden, nach 30 Jahren auslaufen. Sollen die Quellen weiter verwendet werden, müssen hydrogeologische Gutachten in Auftrag gegeben werden. Zudem gibt es Konflikte mit der Windkraft. Im Haardtwald, in dem sich sieben Reservequellen für den Zentralhochbehälter befinden, bei Horath und Merschbach sollen Windräder errichtet werden.
Sie dürfen in der Regel jedoch nicht in Wasserschutzgebieten aufgestellt werden. Die Räder könnten zu Problemen führen, weil unter anderem beim Bau viel Erde bewegt wird und so der Oberboden als Filter für das Trinkwasser fehlt.
Debattiert wurde vor allem über den Versorgungsbereich Zentralhochbehälter, über den neben Berglicht 17 weitere Orte der VG ihr Wasser erhalten.
Hat dieser Behälter zu wenig Wasser aus den Quellen, die ihn speisen - beispielsweise wegen lang anhaltender trockener Witterung - kann das wertvolle Nass in naher Zukunft aus Richtung Hermeskeil beschafft werden. Die Verbindung dorthin wird gerade gebaut.
Doch was ist, wenn der Strom ausfällt? Dann nützt auch die Wasserleitung nach Hermeskeil nichts. Derzeit könnten dann Ersatzquellen im Haardtwald genutzt werden. Sie liegen allerdings an der Landesstraße 150, die nicht, wie vorgeschrieben, für Wasserschutzgebiete gesichert gebaut ist.
Der Ausschuss konnte sich nicht dazu durchringen wie von Burkhard Graul vorgeschlagen, lediglich die beiden ergiebigsten dieser Quellen beizubehalten. Die Entscheidung berge zu viel Brisanz, hieß es. Das Thema soll noch einmal diskutiert werden.
Lediglich für Quellen in vier Bereichen, die auch künftig sicher gebaucht werden, soll nach einstimmigem Beschluss ein Gutachten in Auftrag gegeben werden. Sie liegen bei Malborn, Horath, Merschbach und Haag sowie auf Morscheid-Riedenburger Gemarkung. mai

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