Billiges Gutachten

Zum Artikel "Rutschender Hang macht Graacher bang" (TV vom 25./26. August) diese Lesermeinung:

Der Artikel steckt voller Halbwahrheiten und Suggestionen, die richtig gestellt werden sollten: 1.Es wird der Eindruck erweckt, dass schon allein der Bau des Hochmoselübergangs bei Ürzig und Rachtig den Graacher Steilhang ins Rutschen bringen könne. Das ist Unsinn. Vielmehr kann man darüber diskutieren, ob seine Fortführung in Form einer Autobahn über den schmalen Höhenrücken des Graacher Berges mögliche Folgewirkungen haben kann. 2. Es wird der Eindruck erweckt, dass der Steilhang hinter der Ortslage Graach in seiner gesamten Ausdehnung rutschgefährdet sei. Dies ist nicht der Fall. Denn neben "...einer weniger rutschgefährdeten Zone..." (Gutachten des Geologischen Landesamtes, 1975), die nach 1976 mit in die Flurbereinigung einbezogen worden war, existiert tatsächlich ein weiteres, seit Jahrhunderten bis heute aktives Rutschgebiet, das sich vom nordwestlichen Ausgang der Graacher Schäferei zum Süd-Ost-Ende von Graachhangabwärts zieht und flächenmäßig circa zehn Prozent des Graacher Steilhangs einnimmt. Dieser Bereich ist von der Flurbereinigung ausgeklammert. 3. Es wird der Eindruck erweckt, dass mit Hilfe der so genannten Ladwein-Karte nachgewiesen werden könne, dass der Autobahnbau die schon vorhandene Rutschung von Geländeteilen noch verstärken würde. Wohl wissend, dass die Satellitenbildinterpretation wirklich Erstaunliches leisten kann, zweifle ich jedoch an, dass ausschließlich auf der Basis der Analyse von Satellitenaufnahmen "... ohne Ortsbesichtigung, Feldarbeit etc..." (Internetpräsenz der geoka, Trier) sowie ohne Bohrungen die geologischen und hydrologischen Gegebenheiten bis in einige Zehner-Meter Geländetiefe mit Sicherheit bestimmt werden können. Im Übrigen: Wie groß muss die Verzweiflung der VBB sein, der Bevölkerung weiß machen zu wollen, man könne mit einem nur 6000 Euro billigen Gutachten eine ernst zu nehmende Bestandsaufnahme der komplizierten unterirdischen Strukturen im Graacher Rutschhang beschreiben, um dar aus tatsächlich Gefährdungspotenzial zu definieren? Dafür sind die vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Auftrag gegebenen und derzeit durchgeführten Bohrungen sicher eher geeignet.Artur WeberGraach Hochmoselübergang