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Bischofsdhron erwartet 50 Flüchtlinge

Bischofsdhron erwartet 50 Flüchtlinge

Viele Fragen und die Bereitschaft zu helfen: Die Bischofsdhroner haben die Gelegenheit genutzt, sich bei einer Infoveranstaltung über den bevorstehenden Einzug von 50 Flüchtlingen in das Freizeitzentrum zu informieren.

Bischofsdhron. Gleich zweimal haben die 140 Besucher im Bischofsdhroner Gemeindehaus am Ende der Infoveranstaltung über die 50 Flüchtlinge, die in wenigen Wochen im Freizeitzentrum Idarwald untergebracht werden, laut und vernehmlich geklatscht. Einmal nach einer Wortmeldung von Hans-Georg Gröber, einer der Initiatoren der Flüchtlingsinitiative Miteinander in Morbach. Er hat von seinen Erfahrungen mit den Asylbewerbern berichtet, die bereits in der Einheitsgemeinde leben. "Die Flüchtlinge haben viel Scheu. Helfen Sie ihnen, diese zu überwinden, sprechen Sie sie an", fordert er die Besucher auf.
Den zweiten Applaus hat es für Bürgermeister Andreas Hackethal gegeben, der am Ende der 80-minütigen Veranstaltung an die Willkommenskultur der Bischofsdhroner appellierte: "Bleiben wir weltoffen, wie man uns kennt."
Vorangegangen war eine Information Hackethals über die Flüchtlingssituation in Bund, Land und Kreis und zahlreiche Fragen der Bischofsdhroner. Dabei hat sich der Bürgermeister um eine sachliche Atmosphäre bemüht, bricht die 60 000 Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz auf die Landkreise und die Gemeinden runter und kommt auf den bürokratischen Schlüssel von rund 90 Flüchtlingen, die die Gemeinde aufnehmen müsse. 75 leben bereits hier.
"Ja, die fallen gar nicht auf", sagt er zu den erstaunten Rufen aus dem Publikum. Um diesen Schlüssel zu erfüllen, habe die Gemeinde die Räume im Freizeitzentrum angemietet. Bei den Flüchtlingen handele es sich vorwiegend um Syrer, aber auch Afghanen würden erwartet. Überwiegend handele es sich um Einzelpersonen. Ein genaues Einzugsdatum kann Hackethal noch nicht nennen, spricht von zwei bis drei Wochen, bis die ersten eintreffen.
Zahlreiche Bischofsdhroner melden sich zu Wort. Zum einen fragen sie sachbezogenen, wie lange das Freizeitzentrum angemietet ist (für zwei Jahre) und wie viel es kostet (Gesamtsumme bleibt offen, die Gemeinde kostet es 46 000 Euro jährlich), sind die Asylbewerber, die hierher kommen, anerkannt (Verfahren läuft noch).
Wie kann man den Flüchtlingen helfen, was benötigen sie, sind Patenschaften geplant, lauten Fragen von Personen, die sich offenbar gerne bei der Betreuung der Flüchtlinge engagieren möchten. Aber auch kritische Fragen werden gestellt, wie nach Krankheiten, ob die Auskünfte der Asylbewerber korrekt sind, ob die Polizei stärker aktiv sein wird.
Hackethal nimmt die Bedenken der Bürger ernst und versucht, bei seinen Antworten Wogen nicht nur zu glätten, sondern erst gar nicht aufkommen zu lassen. Immer wieder verweist er auf die Flüchtlingsinitiative Miteinander in Morbach, bei der sich ehrenamtliche Helfer melden können, und die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt. "Es gibt die Bereitschaft zu helfen", sagt der Bürgermeister.
Er spricht von Netzwerken zwischen den Organisationen und der Verwaltung sowie den Jobcentern und stellt die Chancen für die arbeitnehmersuchenden Betriebe in Morbach heraus. "Wir sollten ein gutes Miteinander organisieren, dann sollte auch Integration möglich sein", sagt er.
Menschen, die sich gegen die Aufnahme der Flüchtlinge aussprechen, melden sich an diesem Abend nicht zu Wort. Doch soll es Gegner unter den Besuchern gegeben haben, sagt ein Bischofsdhroner, der namentlich nicht genannt werden will, im Anschluss an die Veranstaltung. "Ich kenne die ablehnende Meinung von einigen, doch die haben sich heute Abend nicht getraut, was zu sagen."