Das lange Warten auf einen neuen Platz

Das lange Warten auf einen neuen Platz

Derzeit ist der Fußballplatz in Binsfeld aufgrund des Winterwetters nahezu unbespielbar. Doch auch wenn es nicht friert, ist die Spielfläche nach Ansicht der Fußballer aus der Gemeinde nicht zumutbar. Sie fordern seit langer Zeit, dass ein Kunstrasenplatz gebaut wird. Doch daraus wird vorerst nichts.

Binsfeld. In der Fußball-Bezirksliga West könnte noch was gehen für die Mannschaft der Spielgemeinschaft aus Landscheid, Niederkail und Binsfeld. Das Eifeler Team liegt auf Platz 3 der Tabelle. Auch die zweite Elf schlägt sich wacker. Ist also alles in bester Ordnung? Nein. Der Sportplatz in Binsfeld macht den Verantwortlichen vom SV Binsfeld seit Jahren Kummer. Die Ausgangslage: Der Hartplatz in der Gemeinde wurde Mitte der 80er-Jahre gebaut. Inzwischen ist die Anlage sanierungsbedürftig. Darin sind sich die Sportler, die Ortsgemeinde und der Landkreis einig. Da die Drainage des Platzes nicht mehr funktioniert, steht nach Regengüssen oft ein großer Teil der Spielfläche unter Wasser. Der Plan: Rund 750 000 Euro sollte der Umbau des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz kosten. 370 000 Euro davon wollte die Ortsgemeinde übernehmen. Dafür hätten die Binsfelder einen Kredit aufnehmen müssen. Das wiederum macht die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung nicht mit, da andere Investitionen - wie beispielsweise in den Kindergarten - anstehen. Frühestens 2014 kann ein neuer Platz in Binsfeld wieder Thema für Kreisgremien werden. Ob sich die finanzielle Lage der Ortsgemeinde bis dahin gebessert hat, ist eher zweifelhaft. Die Lösung: Sogenannte Hybridrasenplätze kosten viel weniger als Kunstrasenplätze. In Burgen - wo die Ortsgemeinde ebenfalls akute Geldnot hat - soll solch ein Platz entstehen, bei dem natürlicher Rasen um Kunststoff-Fasern ergänzt wird. Falls es kein Hybridrasen werden soll, hat Landrat Gregor Eibes den Binsfeldern in einem Gespräch vorgeschlagen, dass aus dem Hart- auch ein Rasenplatz werden könnte. Die Zukunft: Eine Stellungnahme zum aktuellen Sachstand gibt es von Binsfelds Ortsbürgermeister Walter Faber nicht. Von ihm gibt es keine Antwort darauf, wie der Sachstand bezüglich des Projekts Sportplatzneubau in Binsfeld ist oder wie sich die Ortsgemeinde finanziell bei dem Projekten beteiligen will. Stattdessen lässt Faber Josef Friedrich von der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land sprechen. Friedrich sagt, dass der Gemeinderat Binsfeld in der Sitzung am 6. Dezember über den Sachstand zum Umbau eines Tennensportplatzes informiert worden sei. "Zum gegebenen Zeitpunkt wird sich der Rat erneut beraten und eventuell beschließen", sagt Friedrich.Auch Jörg Kröschel, Vorstand des SV Binsfeld, möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht umfassend äußern. Nur so viel. Der Zustand des aktuellen Platzes ist miserabel und mit einem Hybridrasenplatz könnten sich die Fußballer durchaus anfreunden. Meinung

Wunderliche ZuständeWenn man sieht, mit welcher Vehemenz andere Ortsgemeinden für neue Sportplätze werben, dann ist die Haltung der Binsfelder Kommunalpolitiker gelinde gesagt verwunderlich. Wunderlicher ist da nur noch, dass Ortsbürgermeister Walter Faber nicht willens oder in der Lage zu sein scheint, selbst etwas zum Thema zu sagen und stattdessen den Fachbereichsleiter der Verbandsgemeinde-Verwaltung Wittlich-Land vorschiebt. Fußballvereine genießen in den Dörfern normalerweise einen hohen Stellenwert. In Binsfeld scheint das anders zu sein. Dort fällt dem Gemeinderat offensichtlich nicht mehr zum Wunsch der Kicker nach einem Kunstrasenplatz ein, als dass man zu gegebener Zeit erneut beraten und eventuell etwas beschließen wird. So, liebe Binsfelder, wird das nichts mit einem neuen Platz. Weder mit einem Kunstrasen, noch einem Hybridrasen und noch nicht einmal mit einem sanierten Hartplatz. h.jansen@volksfreund.de

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