"Ein städtebaulicher Missstand"

TRABEN-TRARBACH. In der Stadt Traben-Trarbach gibt es eine Reihe von "problematischen Ecken", unter anderem das ehemalige Betriebsgelände der Firma Mercedes-Ziefer in Trarbach, das sich laut Paragraf 177 Baugesetzbuch in einem "städtebaulichen Missstand befindet". Die Stadt hofft, dass sich dort ein Lebensmitteldiscounter ansiedelt.

Seit vielen Jahren vergammelt das ehemalige Betriebsgelände der Firma Mercedes-Ziefer in der Trarbacher Wildbadstraße. Jetzt hat die Stadt das Sanierungsgebiet Trarbach in diese Richtung ausgeweitet - in der Hoffnung, eine Folgenutzung "aus städtebaulicher Sicht positiv zu beeinflussen". Eine Vorstellung der Stadt ist, dass sich an dieser Stelle ein Lebensmitteldiscounter ansiedelt. In der Beratungsvorlage zur jüngsten Stadtratssitzung heißt es: "Eine Folgenutzung könnte zum Beispiel ein Lebensmitteldiscounter sein. Dies würde eine massive Stärkung des Stadtteils Trarbach im Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Bebauungsplan "Schraubel" bedeuten, mit dem vor allem jungen Familien Bauland zur Verfügung gestellt werden soll. Im gesamten Stadtteil Trarbach bestehen keine Einkaufsmöglichkeiten mehr für Lebensmittel." Ein weiterer Vorteil ergäbe sich, weil unter Umständen ein gefährlicher Verkehrsengpass entschärft werden könnte. Denn an dieser Stelle müssen täglich mehrere hundert Schüler vorbei, wenn sie zum Gymnasium wollen. Dazu heißt es: "Der Fußweg zwischen dem Gymnasium und der Bushaltestelle am Weihertorplatz stellt aufgrund der Engstelle in der Wildbadstraße zwischen den Anwesen Wildbadstraße 8 bis 12 und Wildbadstraße 7 eine erhebliche Gefährdung der Schulkinder dar, was ebenfalls als städtebaulicher Missstand anzusehen ist." Fallen Gebäude und Grundstücke, wie in diesem Fall, in ein Sanierungsgebiet, gibt es Zuschüsse vom Land, ferner verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten. Dafür hat die Stadt ein Mitspracherecht bei der Nutzung. Bauform und Nutzung müssen städtebaulich integriert sein. Grundstücksinhaber Arno Ziefer sagte gegenüber dem Trierischen Volksfreund, dass es bereits mithilfe der Vermittlung des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde, Ulrich K. Weisgerber, Gespräche mit Interessenten gegeben habe. Ziefer: "Wir würden verkaufen - aber zu einem vernünftigen Preis." Das Gelände umfasst 4500 Quadratmeter. Teile davon sind zurzeit als Unterstell- und Lagerflächen vermietet.