Ein Wohlfühl-Termin für Kurt Beck

Ein Wohlfühl-Termin für Kurt Beck

Wenn Kurt Beck angekündigt ist, bleiben in einem Saal in der Regel keine Stühle leer. So auch in der Lorettahalle Traben-Trarbach, in die der SPD-Kreisverband Bernkastel-Wittlich am Dienstagabend zum Neujahrsempfang eingeladen hatte. Mehr als 400 Gäste hörten dem Ministerpräsidenten zu.

Traben-Trarbach. Solche Termine wünscht sich Kurt Beck sicherlich öfter. Ein voller Saal mit interessierten und wohlmeinenden Zuhörern, viel Beifall, und viele Menschen, die sich mit der unumstrittenen Nummer eins der Landes-SPD ablichten lassen wollen. Doch bevor der Ministerpräsident die Halle betritt, muss er sich Pfiffe gefallen lassen. 25 Gegner der Hochmoselbrücke haben sich bei frostigen Temperaturen vor dem Eingang mit Plakaten postiert, um lautstark kundzutun: "Wir wollen diese Riesenbrücke nicht." Beck winkt den Protestlern zu und betritt die Halle, in der mehrere Dutzend Leute keinen Sitzplatz mehr finden. Begleitet von rhythmischem Klatschen nimmt er sichtlich gut gelaunt in der ersten Reihe Platz. Die komplette SPD-Spitze des Kreises ist anwesend, natürlich der SPD-Kandidat für den Landratsposten, Bernd Spindler, sowie die Kandidatin im Wahlkreis 23, Bettina Brück, und Jens Rieger im Wahlkreis 22 für die Landtagswahl. Sie sprechen ebenso Grußworte wie Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus und VG-Chef Ulrich K. Weisgerber.

Dann kommt Beck. Bestens aufgelegt, mit Witz und Humor, begrüßt er die Gäste; die meisten sind Genossen oder Sympathisanten der SPD. Beck bedankt sich bei den Aktiven des Musikvereins Traben-Trarbach sowie bei der Jazztanzgruppe des VfL Traben-Trarbach für das musikalische und sportliche Rahmenprogramm, nicht ohne auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hinzuweisen.

Schnell aber kommt Beck auf die Themen zu sprechen, mit denen er im Wahlkampf punkten will. Und das kämpferisch. Mindestlöhne, der Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, die Vereinbarung von Familie und Beruf mit Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen sind ihm ein Herzensanliegen. Mitten im Weinanbaugebiet vergisst er auch nicht, die Winzer zu loben. Er verspricht, sie nicht im Stich zu lassen, wenn Brüssel gegen deren Interessen Beschlüsse fasst.

Einen dicken Katalog durfte er auch mit nach Mainz nehmen. Heide Pönnighaus und Ulrich K. Weisgerber überreichen ihm ein druckfrisches Exemplar des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. Das Land hatte ein solches Konzept gefordert, um mögliche Förderungen im Rahmen der Konversion der Stadt zur Verfügung zu stellen.