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Fachwerkhäuser machen Enkirch attraktiv

Fachwerkhäuser machen Enkirch attraktiv

Mit einer Ausstellung historischer Bilder und weiteren Aktionen hat die Bürgerstiftung über Fachwerkfassaden in Enkirch informiert. Damit will die Stiftung auf die Bedeutung des Dorfes hinweisen und den Moselort als "Schatzkammer des Fachwerkbaus" ins Gedächtnis rufen.

Enkirch. Ein Kataster gibt es von jedem Ort. Enkirch hat jedoch ein besonderes Verzeichnis, ein Fachwerk-Kataster. Alle Gebäude mit offenem, aber auch verdecktem Fachwerk sind darin enthalten, erklärt Ralf Meyer von der Bürgerstiftung Fachwerkdorf Enkirch. Im Internet ( www.fachwerkdorf-enkirch.org ) sind alle Fachwerkhäuser verzeichnet. Darüber hinaus habe man intern zu jedem Haus weitere Informationen beispielsweise über baulichen Zustand und Sanierungsbedürftigkeit hinterlegt. "Wir haben uns damit als Stiftung ein Arbeitsmittel geschaffen", erklärt Meyer. "In unserem internen Kataster haben wir auch die Häuser aufgenommen, deren Fachwerk noch verdeckt ist, die im Dornröschenschlaf liegen." Denn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Holzbalken des Fachwerks oft überputzt, weil das günstigere Prämien für die Feuerversicherung brachte. Enkirch hat damit weit mehr als die aktuell sichtbaren mehr als 40 Fachwerkhäuser.
Das Bewusstsein für diesen architektonischen Schatz zu wecken hat sich die Bürgerstiftung auf die Fahnen geschrieben. Im Rahmen der Informationsveranstaltung über Fördermöglichkeiten bei der Renovierung von Fachwerkhäusern zeigten die Enkircher Grundschüler die Arbeiten, die sie während einer Projektwoche zum Thema Fachwerk erstellt hatten. "Die Kinder sollen das Gefühl bekommen, dass Fachwerkhäuser kein Museum sind, sondern Lebensraum", erklärt Meyer.
Und die Jüngsten sind ein guter Multiplikator, um deren Eltern, aber auch andere Verwandte für das Thema zu sensibilisieren. "Das ist eine Veranstaltung, die wir fortführen wollen", betont der Kuratoriums-Vorsitzende Nico Caspari.
"Fachwerkhäuser sind stabil. Und wenn unten im Haus nur wenig Platz war, hat man es oben breiter gebaut", erzählt die achtjährige Leonie Neu, was sie gelernt hat. Die Erst- und Zweitklässler bastelten ein Fachwerkdorf aus Papier, die Älteren fertigten aus Holz und Gips ihre eigenen kleinen Fachwerkfassaden. "Es ist nicht alles hundertprozentig statisch richtig, aber man sieht, dass sich die Kinder damit auseinandergesetzt haben", sagt Caspari. Dass sich die Beschäftigung mit und die Investition in die historischen Bausubstanz für die Gesellschaft auszahlt, betonte Christian Schüler-Beigang. Denn jedes renovierte Fachwerkhaus verbessere das Gesamtbild eines Ortes und damit die Attraktivität für Touristen, sagte der Moselreferent der Landesdenkmalpflege.
Extra

 Fachwerkhäuser sind typisch für Enkirch.
Fachwerkhäuser sind typisch für Enkirch. Foto: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"

Seit Mitte 2014 setzt sich die Stiftung für den Erhalt des historischen Enkircher Ortskerns ein. Insbesondere unterstützt sie Bauherrn bei der Renovierung von Fachwerkhäusern. Zuschüsse kann die Stiftung nicht geben. "Es ist Aufgabe der Stiftung, bei Anträgen behilflich zu sein", erklärt der Vorstands-Vorsitzende Dieter Bautz. Aus verschiedenen Töpfen beim Land und Bund können Fördermittel beantragt werden. teu