Firmen in und um Salmtal schlagen Alarm: L141 wird ab Juni 18 Monate voll gesperrt

Firmen in und um Salmtal schlagen Alarm: L141 wird ab Juni 18 Monate voll gesperrt

Große Aufregung in und um Salmtal: Die L141, eine Hauptverkehrsader zwischen Schweich und Wittlich, wird ab Juni dieses Jahres für 18 Monate voll gesperrt. Gewerbebetriebe befürchten enorme wirtschaftliche Nachteile.

Anja Rauen ist empört. Die Mitinhaberin des Bauunternehmens Alois Rauen in Salmtal spricht von einer "unzumutbaren Situation". Sie sagt: "Es kann nicht sein, dass eine Hauptverkehrsader und offizielle Umleitung der A1/A48 für eineinhalb Jahre nicht befahren werden kann."

Die Firma besitzt einen Fuhrpark von 13 schweren Fahrzeugen und betreibt in Salmtal eine Betonmischanlage. Für das Unternehmen ist die L141 enorm wichtig, um in Richtung Schweich/Trier seine Kunden zu beliefern. Allein im Gewerbegebiet Salmtal sind etliche Betriebe betroffen: unter anderem eine Bäckerei, der Edeka- und Lidl-Markt, Handwerksbetriebe und Dienstleister. In Sehlem ist es unter anderem die Tief- und Straßenbaufirma Lehnen mit über 200 Beschäftigten, in Rivenich die Firma Wey Tiefbau sowie zahlreiche Betriebe im Industriepark Region Trier in Föhren.

Planung seit drei Jahren bekannt

Anja Rauen kritisiert auch die mangelnde Information seitens der Behörden. Sie wisse erst seit kurzer Zeit von der Sperrung. Der LBM hatte angefragt, ob er ein Grundstück der Firma Rauen während der Bauarbeiten befahren dürfe. Anja Rauen: "Dabei haben wir erfahren, dass die Planungen bereits seit drei Jahren in Arbeit sind. Weder die Gemeinde noch die anliegenden Unternehmen wurden über die anstehende Maßnahme informiert. Wir werden einfach alle vor vollendete Tatsachen gestellt."

Die Planungen des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sehen vor, die Hauptverkehrsstrecke L141, die täglich von 4500 Fahrzeugen, davon über 300 LKW, befahren wird, für eineinhalb Jahre zu sperren. Der Grund: Die Brücke, die hinter Salmtal Richtung Sehlem/Hetzerath über die Bahnstrecke führt, muss abgerissen und durch eine neue ersetzt werden. Die Kosten betragen rund zwei Millionen Euro und werden vom Land übernommen.
Der LBM teilt unmissverständlich mit: Es gibt keine Alternative zum Brückenneubau. Die Stahlbetonbrücke wurde 1954 gebaut. Laut LBM wurde bei dem Nachkriegsbau seinerzeit an Material gespart. Das Baumaterial sei damals knapp und teuer gewesen, teilweise auch qualitativ schlechter als heute. Inzwischen sei die Brücke stark beschädigt, Beton würde bereits großflächig abplatzen.

Baubeginn am 20. Juni

Die Bauarbeiten sollen am 20. Juni beginnen. Der Abbruch des alten Bauwerks ist für Juli/August vorgesehen, die Arbeiten an der neuen Brücke sollen im September beginnen. Der LBM rechnet mit der Fertigstellung für November 2017. Der Bauauftrag ist bereits vergeben. Der LBM macht daher klar: "Es wird keine Verschiebung der Maßnahme geben." Der LBM hat am 19. Januar dieses Jahres Vertreter der Ortsgemeinde und der Verbandsgemeinde Wittlich-Land in einem Gespräch in Trier über die Planung und die Konsequenzen informiert.

Teilnehmer waren der Salmtaler Ortsbürgermeister Anton Duckart, VG-Chef Dennis Junk und der Bauamtsleiter der VG, Anton Hauprich. Duckart: "Ich hatte angeregt, direkt neben die alte Brücke eine neue zu bauen, damit der Verkehr weiter fließen kann. Diese Idee wurde aber offensichtlich verworfen." Grundsätzlich sei der Brückenneubau notwendig, eine so lange Vollsperrung der L 141 sei aber für die vielen Betriebe ein enormer Nachteil.

Der LBM teilt auf Anfrage mit, dass der Schwerverkehr weiträumig umgeleitet wird (siehe Grafik). Die LKW werden über die Anschlussstelle Wittlich-West der A60 sowie die Anschlussstelle Salmtal A1/A48 abgewickelt. Der innerörtliche Umleitungsverkehr könne die angrenzenden Kreisstraßen nutzen - zum Beispiel über Sehlem die K 50.
Wegen der besonderen Bedeutung der eineinhalbjährigen Vollsperrung der L141 für den Ort und die Gewerbetreibenden kommt morgen Abend, 18 Uhr, in der Bürgerhalle Salmrohr der Gemeinderat Salmtal auf Antrag der FWG Salmtal zu einer Sondersitzung zusammen.

"Wir fühlen uns überrumpelt"

FWG-Fraktionssprecher Hans-Peter Stoffel erklärt: "Wir sind alle sehr aufgebracht und fühlen uns überrumpelt. Wir müssen nun alle Möglichkeiten ausloten, damit es doch nicht zu dieser langen Vollsperrung kommt."
Anja Rauen hat in der vergangenen Woche einen Brief an weitere betroffene Betriebe, den LBM, die Ortsgemeinde, die VG-Verwaltung, Kreisverwaltung und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier geschickt.

Die IHK teilt die Bedenken der Unternehmen. Allerdings hätten Gespräche mit dem LBM gezeigt, dass es wohl kaum eine Alternative zum Neubau der Bahnüberführung gebe. Es sei eine Herausforderung für alle beteiligten Akteure. Man werde gerne in einem vermittelnden Gespräch Möglichkeiten ausloten, wie sich die Baustelle auf eine verträgliche Art und Weise handhaben und so zügig wie möglich umsetzen lasse.

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