Ich geb' mir die Kugel

Wie habt ihr den Start ins neue Jahr begangen? Ich habe mir die Kugel gegeben. Nein, weder mit Pistole und Gewehr. Nein, ich habe mir vielmehr eine Glaskugel geschnappt und mich im Wahrsagen versucht. Da sind interessante Dinge herausgekommen, sage ich euch.

Meine Freundinnen vom Kaffeekränzchen haben Bauklötze gestaunt. Meinem Hermann dagegen ist mein Blick in die Zukunft gar nicht gut bekommen. Warum? Das verrate ich euch erst später.

Also, was wollt Ihr wissen? Wie sich die Kommunalreform für die Thalfanger entwickelt? Fast, ja fast hätte es eine Einigung gegeben. Aber nicht mit Neumagen-Dhron, sondern mit der Hochwald-Metropole Hermeskeil. Auf der Zielgeraden scheiterte die Ehe-Anbahnung. Thalfang hatte nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass das Rathaus nach Malborn verlegt wird. Aber da hörte für die Hermeskeiler der Spaß auf. So habe ich es zumindest gesehen. Wirklich!

Auch aus dem Mega-Nahwärmeprojekt in Morbach hätte etwas werden können. Es hatte so vielversprechend angefangen. Rund 1000 Einwohner wollten es sich nicht nehmen lassen, als Vorreiter bei der Öko-Heizung mit im Boot zu sein. Doch bei Probebohrungen stieß man auf eine unüberwindliche Hürde.

Im Bereich der Industriestraße fanden die Bauarbeiter Überreste einer keltisch-römischen Kultanlage. Rosemarie Cordie frohlockt. "Damit ist endlich der Beweis erbracht, dass die Einwohner von Belginum sich räumlich weit mehr ausgebreitet haben, als ursprünglich angenommen. Der Archäologiepark bekommt eine Außenstelle in Morbach und gerät bundesweit in die Schlagzeilen. Kurzfristig läuft er der Energielandschaft den Rang ab, aber eben nur kurzfristig.

Denn auch zu dem Großprojekt im ehemaligen Munitionslager hatte ich eine Vision. Die ökologische Vorreiterrolle des Modellprojekts bei Wenigerath soll künftig breiter gefasst werden.

Am Fuße der Windräder soll das erste Wildfreigehege für Werwölfe entstehen. "Das ist genau der richtige Ort", verkündet Bürgermeister Eibes diese Entscheidung in einer Pressekonferenz. Denn schließlich sei Morbach durch eine Werwolf-Sage über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt geworden. Amerikanische Soldaten hatten die Geschichte hinaus in die Welt getragen. Und noch ein ganz praktischer Grund für die Auswahl des Standortes: Bei Tageslicht können sich die Tiere in einen der vielen Bunker zurückziehen.

Als ein Werwolf dann vor meinem geistigen Auge entstand und sich langsam, aber sicher in meinen Hermann verwandelte, wurde ich abrupt aus meiner Trance gerissen… Leichte Nachwehen hat der Mann übrigens immer noch. Er ist empfindlich gegen Sonnenlicht. Also muss an meine n Vorhersagen doch was dran sein, meint eure

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