Kleinkunst und Knabberspaß

Um den Bewohnern und Besuchern ihrer Stadt und der Umgebung das "Kleine, Feine" und das "Pfiffige und Spritzige" an Kunst und Kultur zu präsentieren, ging im Jahr 2007 der Verein KiM - Kleinkunst in Manderscheid an den Start. Was bisher gelaufen ist, was demnächst geboten wird, was noch auf der Wunschliste steht, sagten die Vorstandsmitglieder dem Trierischen Volksfreund.

Manderscheid. Acht Manderscheider Frauen und Männer (siehe Hintergrund) überlassen das kulturelle Leben in ihrer Stadt nicht mehr allein der Kurverwaltung und den Vereinen. "Es ist allerhand los, und es werden attraktive Angebote gemacht", sagt der KiM-Vorsitzende Michael Moll. "Aber uns geht es um eine Ergänzung des Kulturprogramms, und wir setzen auf die Kleinkunst."

Seit KiM vor gut drei Jahren seine Arbeit aufgenommen hat, sind mehr als zwei Dutzend Veranstaltungen gelaufen. Im vorigen Jahr hatte KiM mehr als 1000 Besucher, allein 400 bei dem Sommerfest "Kinder kreativ", das im jährlichen Wechsel mit den "Eifel-kreativ-Tagen" gefeiert wird. Die Vorstellung der Weibsbilder war ausverkauft, der Kabarett-Abend mit Dieter Baumann und die musikalische Weinprobe waren weitere Höhepunkte. Dem Dichter Erich Fried, der heiligen Hildegard von Bingen, den Komponisten Mozart, Beethoven und Schumann waren Lesung, Vortrag und Klavierkonzert gewidmet. "Alles gut gelaufen", lautet die Bilanz. Lediglich das Puppentheater im Oktober war ein Flop. "Da haben wir wohl was falsch gemacht bei der Werbung", meinen die KiM-Leute. Also wunschlos glücklich? "Nein, nicht ganz", sagt Wolfgang Moritz. "Es könnten immer noch mehr Besucher sein, und neue Mitglieder sind auch willkommen."

Zu den Prinzipien des Vereins gehört, dass die Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten stattfinden - "mal im Kurhaussaal und mal im Kaminzimmer eines Hotels", sagt Michael Moll. KiM arbeitet mit Gastronomiebetrieben und der Kurverwaltung zusammen. Die Grund- und Realschule plus ist mit von der Partie, etwa wenn im Kunstunterricht von Miriam Esch und Marina Greis Plakate für "Kinder kreativ" auf dem Arbeitsplan stehen.

Kleines Budget, viel Fantasie



Kassenwartin Else Oehms erklärt: "Da wir mit bescheidenen Mitteln viel erreichen wollen, sind unsere Fantasie und unsere Kontakte immer wieder aufs Neue gefragt. Wir wägen in jedem Fall ab, ob wir uns etwas tatsächlich leisten können." Wenn auch das Budget klein ist: An Fantasie mangelt es nicht. Das bestätigt der Blick auf die bisher gelaufenen Veranstaltungen, auf das neue Programm (siehe EXTRA) und auf den Tisch im Haus Sonneck, um den sich die Vorstandsmitglieder zum Gespräch versammelt haben. Dort steht eine Platte mit Käse-Mohn-Gebäck, das ein Bäcker aus dem Ort exklusiv im Auftrag der Kleinkunst-Initiative herstellt. Den "KiM-Stängel" gibt es nicht nur bei Vorstandstreffen; den kann man auch als Pausensnack bei den Veranstaltungen von KiM kaufen. EXTRA

Das KiM-Programm 2011 startet am Donnerstag, 10. Februar, um 20 Uhr mit einem Liederabend im Weincafé De Port. Der Black (die verbliebene Hälfte des 70er-Jahre-Liedermacherduos Schobert & Black) verbreitet "Höheren Blödsinn und Politisches Lied". Kartenvorverkauf (11 Euro) unter Telefon 06572/932092 und an der Abendkasse (12 Euro). Am Samstag, 12. März, hält Professor Johannes Werling (Traben-Trarbach) um 19 Uhr im Heimatmuseum Manderscheid einen Vortrag über "Hildegard von Bingen, die spirituelle Wissenschaftlerin". "Klezmer Musik und mehr" ist der Titel eines jüdischen Kulturabends am Freitag, 1. April, ab 19 Uhr im Kurhaus. Am Freitag, 8. April, machen um 20 Uhr die Eifelkabarettisten Hubert vom Venn und Jupp Hammerschmidt auf ihrer Abschiedstournee Station in der Heidsmühle; Karten im Vorverkauf unter Telefon 06572/747. Am 21. Mai, 20 Uhr, gibt es im Kurhaus einen Tucholsky-Abend mit Burkhard Engel. An den "Eifel-kreativ-Tagen" vom 17. bis 19. Juni präsentiert KiM Künstler und Musiker von nah und fern. Am 10. und 11. September erlebt Manderscheid eine unglaubliche Premiere, wenn die Schauspielerin Anne Klinge "Fußtheater" macht. (bb)HINTERGRUNDKiM - Kleinkunst in Manderscheid e.V. ist 2007 auf Initiative von Wolfgang Moritz als ein Ergebnis der laufenden Stadtmarketinginitiative gegründet worden. Erster Vorsitzender war Georg Gerards; nach dessen Wegzug aus Manderscheid übernahm Michael Moll sein Amt. An seiner Seite sind Wolfgang Moritz (Öffentlichkeitsarbeit), Else Oehms (Kassenwartin) und Maria Oll (Schriftführerin) sowie Karina Blumentritt, Doris Dausend, Gunda Irle und Winfried Meyer (Beisitzer). Der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke und ist parteipolitisch und religiös unabhängig. Der Verein hat zurzeit 28 Mitglieder im Alter von 49 bis 75 Jahren und lädt besonders junge Erwachsene zur Mitarbeit ein. Kontakt: Else Oehms, Kurfürstenstraße 1, Manderscheid, Telefon 06572/932653, Internet: www.kleinkunst-manderscheid.de (bb)