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Hobby: Kühler Wind für heiße Öfen

Hobby : Kühler Wind für heiße Öfen

Das unsichere Wetter am Wochenende hat der Stimmung der Thalfanger Oldie-Freunde keinen Abbruch getan.

Die Temperaturen waren ziemlich frisch, die präsentierten „Öfen“ dafür umso heißer. Und so wurde auch die 13. Auflage des markenfreien Young- und Oldtimer-Treffens des MTC Erbeskopf in und um Thalfang mal wieder eine Nabelschau des alten Blechs der Superlative

„Ob wir fahren? Natürlich fahren wir. Außerdem scheint heute Nachmittag die Sonne!“ Im Brustton der Überzeugung wischte MTC-Vorsitzender Gregor Großmann an dem kalten und verregneten Samstagmorgen alle Bedenken vom Tisch, ob die traditionelle Ausfahrt der vielen in die Jahre gekommenen Gäste am Nachmittag eventuell sprichwörtlich ins Wasser fallen könnte.

Mag sein, dass das eine oder andere Stoffdach angesichts von Temperaturen um die 15 Grad auf dem 73 Kilometer langen Trip über die Hunsrückhöhen hinunter ins Moseltal und wieder zurück geschlossen blieb. Der Stimmung und der Freude aller Anwesenden und der Besucher, die vor allem am Sonntagmorgen noch zahlreich an den Ort des Geschehens in der Ortsmitte pilgerten, tat die Witterung aber keinen Abbruch.

„Wir kommen jetzt seit Jahren hier hin und freuen uns darauf, viele Freunde und Bekannte wieder zu treffen. Da spielen ein paar Tropfen Wasser keine Rolle“, sagte Yves aus dem luxemburgischen Gasperich, der seinen giftgrünen Ford Capri mit schwarzem Vinyldach inmitten einer Menge „Familienmitglieder“ geparkt hatte. „Den Besitzern der alten Fahrzeuge, die hierher kommen, geht es vor allem darum, ein Wiedersehen zu feiern und Erfahrungen und Tipps auszutauschen. An so betagten Exemplaren ist immer etwas zu machen. Manch einer braucht irgendein kleines Ersatzteil, das er lange vergeblich gesucht hat. Das ist kein Teilemarkt, aber auch in dieser Hinsicht kann – wie auch immer – geholfen werden.“

Das Ergebnis der monatelangen Bemühungen um ein möglichst illustres Teilnehmerfeld konnte sich dann auch in diesem Jahr wieder sehen lassen.

Das große Plus der Thalfanger Veranstaltung ist die Vielfalt der mobilen Zeitzeugen. Sie birgt zudem auch ein großes Überraschungspotenzial. „Bei vielen Meldungen erkennt man, wer schon öfter da war, aber es sind auch immer wieder neue Interessenten darunter“, betont Großmann, der auch in diesem Jahr wieder auf eine beträchtliche Helferschar aus dem Verein zurückgreifen konnte:

„Rund 110 Freiwillige haben lange im Vorfeld daran gearbeitet. In zwei Wochen machen wir Manöverkritik mit dem Festausschuss. Aber alle Oldtimer-Freunde können davon ausgehen, dass wir weitermachen werden.“

Und auch dann wird es auch wieder zu Begebenheiten kommen wie der am Sonntagmorgen, als eine kleine BMW Isetta sich neben einen bärenstarken Audi Quattro aus den frühen 1980er Jahren quetschte.

Das Thalfanger Club-Treffen, das hat diese Auflage des Young- und Oldtimertreffens wieder einmal gezeigt, ist ein Ort, um zu unterstreichen, dass die Liebe zum betagten Automobil keine Frage des Geldadels ist.

 Ein solcher Anblick lässt die Herzen von Oldtimer-Freunden höher schlagen. 
Ein solcher Anblick lässt die Herzen von Oldtimer-Freunden höher schlagen.  Foto: Jürgen C. Braum/Picasa

Es müssen  nicht immer die Classic Days auf Schloss Dyck (Nordhrein-Westfalen) oder der Concours d’Elegance  bei Pebbles Beach (USA)  sein. Bei Treffen wie diesem in Thalfang  schlagen die Herzen der wahren Liebhaber hoch.