Kunst aus einer anderen Welt

Das Ehepaar Gisela und Willibald Holzinger zeigt noch bis zum 17. April seine Werke im Hunsrückhaus. Die Ausstellung besticht durch die spannende Zusammenschau von Buntstiftzeichnungen und Aquarellen, Kollagen und Montagen, großen und kleinen Skulpturen sowie ungewöhnlichem Silberschmuck.

Erbeskopf. "Wir kommen vom Bauhaus her!" Dieser zentrale Satz während der Ausstellungsvorbereitung kennzeichnet das Werk des Morbacher Ehepaars Holzinger mit einer bewegten künstlerischen Vergangenheit. Ende der sechziger Jahre lernten sich Gisela und Willibald als Studierende an der Werkkunstschule in Wiesbaden kennen. Sie wurde zu diesem Zeitpunkt von Vincent Weber, einem ehemaligen Schüler des Bauhauses in Weimar geleitet. Die Werkkunstschule verfolgte das Lehrkonzept des Bauhauses weiter, das Kunst und Kunsthandwerk miteinander vereinte. Dazu genossen die Schüler erst eine Grundausbildung zur Farben- und Formenlehre, Materialkunde sowie Zeichnen und Malen in verschiedenen Techniken. Kurse in diversen Kunsthandwerken wie Holz- und Metallbearbeitung, aber auch Töpfern und Weben waren ebenfalls verpflichtend. Erst danach spezialisierten sich die Schüler. Während Willibald schnell in die Bildhauerklasse wechselte, wurde Gisela nach Durchlaufen der Grundkurse Innenarchitektin. 1965 eröffneten sie die Galerie Holzinger in Wiesbaden. 1975 siedelten die Holzingers in die Toskana über und wurden zu Anlaufpunkt und Inspiration für Künstler und Sammler aus aller Welt. Erst 2012 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück und kaufte ein Haus in Morbach. Dort erwarb sich Willibald Holzinger den Ehrennamen Toskana-Willi.
Während Willibald Holzinger große Skulpturen aus Zypressen- oder Ulmenholz schafft, dabei die Strukturen des Holzes in organischen Formen herausarbeitet, lässt sich Gisela Holzinger von kleineren Holzstücken, quasi Resten, inspirieren. Diese werden montiert, bemalt, beklebt und so in einen völlig neuen Zusammenhang gestellt.
Eine Reminiszenz an die künstlerische Vergangenheit sind die ausgestellten Silberschmuckstücke, die Willibald Holzinger bis Mitte der 1970er Jahre zum Teil nach den Entwürfen seiner Frau fertigte. Zusammenfassend ist eine umfangreiche Ausstellung von über 70 Kunstwerken zuzüglich der Schmuckstücke entstanden, die einen Eindruck von der Lebens- und Traumwelt der Holzingers vermittelt. red
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