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Neue IT-Systeme : Nächster Schritt zur Digitalisierung im Thalfanger Rathaus

Neue IT-Systeme : Nächster Schritt zur Digitalisierung im Thalfanger Rathaus

Telefonanlage und Computersysteme in der Verwaltung der Verbandsgemeinde sind in die Jahre gekommen und sollen jetzt ausgetauscht werden. Warum das auch mit Blick auf die Digitalisierung im Rathaus notwendig ist.

Die IT-Strukturen in der Thalfanger Verwaltung stoßen allmählich an ihre Grenzen. So schilderte es Bürgermeisterin Vera Höfner in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats: „Die Strukturen sind mittlerweile veraltet und geben die benötigten Speicherkapazitäten nicht mehr her“, stellte die VG-Chefin fest. Deshalb solle nun die Erneuerung von Hard- und Software für die Computersysteme in Angriff genommen werden. Dies sei auch mit Blick auf die weiter fortschreitende Digitalisierung der Prozesse im Rathaus notwendig. Denn ohne einen Austausch der IT-Infrastruktur brauche man über den Aufbau eines digitalen Ratsinformationssystems für die Bürger oder über sogenannte Contentmanagementsystem gar nicht nachzudenken, sagte Höfner. Letzteres ist eine Voraussetzung dafür, dass – wie per Online-Zugangs-Gesetz gefordert – bald möglichst alle Dienstleistungen für den Bürger digital abgewickelt werden können. Ohne Besuch im Rathaus.

Der VG-Rat Thalfang hat daher Aufträgen an eine Trierer Firma zugestimmt, die für rund 53.000 Euro die Ausschreibung für die neue Technik vorbereiten, deren Anschluss und die Schulung von Mitarbeitern übernehmen soll. „Es läuft zwar alles, aber wir sind speichertechnisch am Ende“, hatte zuvor Christian Neumann, IT-Fachmann in der Thalfanger Verwaltung berichtet. Es sei wichtig, „dass wir jetzt ein bisschen Geld in die Hand nehmen“.

Ratsmitglied Burkhard Graul (SPD) erinnerte in dem Zusammenhang an die laufenden Fusionsverhandlungen mit Nachbarkommunen im Zuge der Kommunalreform (siehe Info). Er erkundigte sich, ob die angedachte neue IT-Struktur denn auch mit den genutzten Systemen in Schweich, Hermeskeil oder Morbach kompatibel sei. Hier beruhigte Neumann: „Wir haben alle dasselbe Betriebssystem, nur unterschiedliche alte Versionen davon. Wir wollen bei diesem Standard bleiben, nichts Exotisches.“

Ebenfalls erneuert werden soll die Telefonanlage im Rathaus, die seit 16 Jahren im Einsatz ist. „Sie könnte jetzt wohlverdient in den Ruhestand gehen“, sagte Höfner. Die Anlage sei insgesamt „fragil“, bei Problemen oder Ausfällen sei eine Reparatur schwierig. Insgesamt entspreche sie nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Ausgetauscht werden soll sie nun gegen eine virtuelle Telefonanlage. Solche Systeme, auch Cloud-Telefonanlage genannt, funktionieren softwarebasiert. Der Nutzer bekommt alle Funktionen einer klassischen Telefonanlage aus dem Rechenzentrum eines Anbieters über das Internet zur Verfügung gestellt. Telefonieren übers Rathaus-Netz ist dann von sämtlichen Endgeräten möglich - vom Tablet bis zum Smartphone.

„Das Telefon funktioniert dabei wie ein kleiner Computer“, erläuterte VG-Mitarbeiter Neumann und ergänzte auf Nachfrage aus dem Rat, dass zwecks Datensicherheit die Verbindung verschlüsselt werde. Eine weitere Nachfrage bezog sich auf die im Haushalt eingestellten Mittel, die mit 35.000 Euro deutlich über dem Angebot für die neue Anlage in Höhe von 10.600 Euro liegen. Dazu sagte Neumann: „Die Technologie ist jetzt einen Schritt weiter. Mir brauchen weniger Hardware und keine separaten Server mehr, die wir vorher noch einkalkuliert hatten.“