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Razzia wegen mutmaßlich gefälschter Impfpässe im Saarland und Rheinland-Pfalz

Im Hunsrück und Saarland : Razzia wegen mutmaßlich gefälschter Impfpässe – Apotheker brachte Ermittler auf die Spur

Mit einer Razzia ist die Polizei im Kreis Birkenfeld und dem Saarland gegen mutmaßliche Impfpass-Fälscher vorgegangen. Ins Rollen brachte die Ermittlungen eine Apotheke. Das ist bisher bekannt.

Etwa 50 Ermittler durchsuchten am frühen Morgen des 22. Dezember 17 Wohnungen im Kreis Birkenfeld und im angrenzenden Nachbarbundesland, wie die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach und die Polizei in Idar-Oberstein am Mittwoch mitteilten. Im Saarland sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach zwei Privatwohnungen in den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern durchsucht worden.

An dem Einsatz waren über 50 Beamtinnen und Beamte der rheinland-pfälzischen und saarländischen Kriminalpolizei sowie des Polizeipräsidiums Einsatz, Logistik und Technik beteiligt.

Dabei seien unter anderem zahlreiche Impfausweise und digitale Impfzertifikate und Mobiltelefone sichergestellt worden, deren Echtheit nun überprüft werde. Es wird wegen Urkundenfälschung ermittelt. Verdachtsfälle würden „auch im Hinblick auf die momentane pandemische Lage mit aller Deutlichkeit verfolgt und geahndet“, heißt es in der Pressemitteilung.

Wie die Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, weiter mitteilt, handelt es sich streng genommen um Einzelfälle. Gemeinsam haben sie, dass alle Impfnachweise in der gleichen Apotheke vorgelegt worden sind.

Apotheker brachte Ermittler auf die Spur

Einem aufgeweckten Mitarbeiter einer Apotheke im Großraum Birkenfeld sei es zu verdanken, dass die Ermittlungen ins Rollen gekommen sind. Er stellte fest, dass eine Impfung ausgestellt worden war, als das betreffende Impfzentrum geschlossen hatte. Ermittelt werde insgesamt gegen 19 Personen, davon zwei aus dem Saarland.

Seit Anfang November häuften sich die Fälle vom Impfpassfälschungen, so der Staatsanwalt. Ob dies mit der Einführung der 2G-Regeln einhergeht, darüber kann er nur spekulieren. Seiner Meinung nach liegt dieser Verdacht jedoch nahe.

Die Verbreitung und der Gebrauch von gefälschten Corona-Impfpässen sind in Deutschland seit Ende November strafbar. Die Ampel-Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, das das Vorlegen eines falschen Impfpasses mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr und das Fälschen von Impfpässen mit Geld- oder Haftstrafen bis zu fünf Jahren ahndet.