Rechtsanwalt will Weichen für Morbach stellen

Rechtsanwalt will Weichen für Morbach stellen

Andreas Hackethal, Morbacher Bürgermeisterkandidat der CDU, will keine "Parteibuchpolitik" betreiben, sondern auf die anderen Gruppierungen zugehen. Der Rechtsanwalt möchte, dass die Gemeinde auch zukünftig eine führende Rolle bei der Nutzung der regenerativen Energien einnimmt.

Morbach/Bernkastel-Kues. Bürgermeister in seiner Heimat Morbach zu sein - das wäre für Andreas Hackethal nach eigener Aussage ein Geschenk. "Mir war es schon immer wichtig, Weichen zu stellen", sagt der gebürtige Morbacher, der heute in Bernkastel-Kues lebt. Schon als kleiner Junge sei er in die Kommunalpolitik eingestiegen.
Bürgermeisterwahl in der EG Morbach


Ende der 80er Jahre kam der heute 36-Jährige zu den Christdemokraten und bekleidete schon in der Schülerunion Ämter. Aktuell ist Hackethal stellvertretender CDU-Vorsitzender auf Kreisebene, Stadtverbandsvorsitzender in Bernkastel-Kues sowie Fraktionsvorsitzender im dortigen Stadtrat.
"Ich habe zwar ein Parteibuch, aber ich will keine Parteibuchpolitik machen", sagt der Rechtsanwalt und Vater zweier Kinder. Er suche aktiv das Gespräch mit den anderen Parteien und wolle einbinden. Das Miteinander sei ihm wichtig, so wie es auch beim Jugendkulturzentrum in Bernkastel-Kues funktioniert habe. Auch als Anwalt - sein Fachgebiet ist Verwaltungsrecht - gehöre es zu seinen Aufgaben, streitende Parteien zu einen.
Und welche Ziele würde Hackethal als Bürgermeister anstreben? Als Erstes richtet der 36-Jährige seinen Blick auf die Wirtschaft und formuliert ein großes Vorhaben: "Ich möchte, dass die Gemeinde Morbach bei den regenerativen Energien Kopf der Entwicklung bleibt." Die Energieautarkie müsse früher als 2030, wie sie das Land anstrebe, erreicht werden.
Doch nicht nur den Wirtschaftsstandort, auch den Schulstandort will Hackethal weiterentwickeln. Er findet es wichtig, das Augenmerk auf Krippen und Kindergärten zu richten. Doch sagt er auch klar: "Wir als Kommune sind überfordert, die Kitas auszubauen. Ich erwarte größere Hilfen vom Land."
Den demografischen Wandel sieht Hackethal als wichtiges Thema an, für das in den nächsten Jahren Lösungsansätze gefunden werden müssen. Die Menschen sollten in Würde altern können, sagt er.
Ein Konzept hat er dafür nicht in der Tasche, höchstens Beispiele, an denen man sich orientieren könne, wie das Wintricher Netz, das alten Menschen Unterstützung in vielen Lebenslagen bietet. Hackethal: "Wir müssen darüber in den Räten und mit den Bürgern in Dialog kommen und ein für Morbach passendes Konzept entwickeln."
Hackethal denkt bei diesem Thema auch an die Morbacher Ehrenamtsbörse, in der dafür Unterstützung gefunden werden könnte. Zur ehrenamtlichen Arbeit sagt er generell, dass man sie nicht hoch genug einschätzen könne und er sie fördern wolle. Gleiches gelte für Vereine, die er für maßgeblich für das Leben in den Ortsbezirken hält.Kandidatenzahl bleibt bei zwei Bislang hat sich neben dem CDU-Kandidat Andreas Hackethal ein weiterer Bewerber für das Bürgermeisteramt gemeldet: Achim Zender. Er tritt für die Freie Wählergemeinschaft Morbach an. Die Meldefrist läuft noch bis Montag, 27. Juni, 18 Uhr. Gewählt wird am Sonntag, 7. August. Grüne und FDP werden nach derzeitigem Stand keinen Kandidaten aufstellen. Uwe Andretta von den Grünen sagt, seine Partei wolle sich in den nächsten Tagen dazu äußern, ob sie einen der beiden anderen Kandidaten unterstütze. Hackethal und Zender sind für heute Abend zur SPD-Mitgliederversammlung in Heinzerath eingeladen, um sich dort vorzustellen. Achim Zender kann laut Marcus Heintel, dem Vorsitzenden der SPD-Gemeinderatsfraktion, nicht kommen, weil er krank ist. Der FWM-Politiker habe sich wie Hackethal auch bereits bei SPD-Gemeinderatsfraktion und -Kreisvorstand vorgestellt. Was er dort gesagt habe, werde weiter gegeben, sagte Heintel. Die SPD-Mitglieder sollen am heutigen Abend entscheiden, ob sie einen der beiden Kandidaten unterstützen wollen. Die Versammlung im Gasthaus Brieschmühle beginnt um 19.30 Uhr. mai