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Sonden statt Bagger: An den Kreisstraßen 40 und K136 wird nach Munition gesucht

Straßenbau : Baustelle bei Dodenburg: Ungewöhnliche Funde verteuern die Sanierung

Die Kreisstraßen 40 und 136 im Heckenland sind in schlechtem Zustand und müssen ausgebaut werden. Doch derzeit sind dort Sonden statt Bagger im Einsatz.

Auf rund drei Millionen Euro war der Ausbau der K 40/136 zwischen der K 69 und bis zur L 43 auf einer Länge von 2,7 Kilometern veranschlagt. Das sind zumindest die Kosten, die der Landkreis zahlen muss. Doch im Kreis muss man jetzt noch tiefer in die Kasse greifen. Schuld daran sind Funde, die bei der routinemäßigen Sondierung nach Kampfmitteln gefunden wurden. Sie waren Thema im jüngsten Kreisausschuss.

Die Baustelle ist sehr hoch belastet mit „Kleineisenteilen, Munition und Munitionsresten“, teilweise mehr als drei Splittern pro Quadratmeter. Wie in der Vorlage zur Sitzung berichtet wird, waren an mehreren Stellen Artillerie- und Infanteriemunition versprengt worden. Bis Mitte Februar seien bereits Granaten in einem Kaliber von bis zu 21 Zentimeter gefunden worden. Burkhard Born von der Kreisverwaltung geht davon aus, dass sich dort Depots befunden hätten, die später gesprengt wurden. Und mit diesen Hinterlassenschaften hat das Unternehmen Tauber mit Hauptsitz in Münster/Westfalen jetzt zu tun. Es hatte zunächst einen Auftrag vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) erhalten. Da es sich um sogenannte Vorerkundungen handelte, werden diese als Planungsleistung in der Regel vom Land übernommen.

Wegen der zahlreichen „Anomalien“, die im Boden vorliegen, fallen die Arbeiten laut Verwaltungsvorlage nicht mehr unter eine Vorerkundung. Deshalb müsse der Landkreis als Baulastträger die Kosten übernehmen.

Veranschlagt sind rund 59 600 Euro. Abzüglich einer Förderung aus dem Landesverkehrsfinanzierungsgesetz beträgt der Eigenanteil von Bernkastel-Wittlich 18 000 Euro. Der Vergabe an Tauber ging die kurzfristige Anfrage an vier Fachunternehmen voraus. Lediglich Tauber habe ein Angebot vorgelegt. Die anderen drei waren „mangels fehlender Kapazitäten“ nicht ins Rennen gegangen. Weil es eilig war, wurde der Auftrag im Februar bereits vergeben. Der Kreisausschuss hat nachträglich zugestimmt.

Die Fachleute arbeiten derzeit auf der Strecke bei Dodenburg mit einer Sonde, die bei Metall im Boden anschlägt. Anschließend werden die Stücke mit den Händen ausgegraben. Gefunden wurde in den vergangenen Wochen einiges – „bis hin zu drei 7,5-Panzersprenggranaten, wobei die Zahl für die Größe in Zentimetern steht“, erzählt ein Mitarbeiter vor Ort. Zudem mehr als 100 Kilogramm Splitter. Für die Entsorgung sei Tauber übrigens nicht zuständig. Das machen Mitarbeiter des staatlichen Kampfmittelräumdienstes. Warum wird dort überhaupt saniert? Die Straßen seien in einem „baulich sehr schlechten Zustand“, hieß es im Trierischen Volksfreund vom 27./28. Oktober vergangenen Jahres. Sie haben Spurrinnen, Risse und größere Ausbrüche. Zudem werden sie mit fünf Metern Fahrbahnbreite den „heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht“.

 Wegen massiver Straßenschäden werden die K 40 und K 136 erneuert und verbreitert. Doch da, wo Bagger rollen sollen, sucht derzeit Steven Seebold  nach Kleineisenteilen und Munition. 
Wegen massiver Straßenschäden werden die K 40 und K 136 erneuert und verbreitert. Doch da, wo Bagger rollen sollen, sucht derzeit Steven Seebold  nach Kleineisenteilen und Munition.  Foto: Ilse Rosenschild

Die Geduld der Verkehrsteilnehmer im Heckenland soll durch die Sicherheitsmaßnahmen nicht sonderlich beeinträchtigt werden. Im Herbst 2019 sollen die Bauarbeiten fertig sein. Ursprünglich war die Rede von Mitte des Jahres/Herbst 2019.