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Stolpersteine bald auch in Rhaunen

Stolpersteine bald auch in Rhaunen

Seit einem halben Jahr gibt es in Rhaunen (Landkreis Birkenfeld) Bestrebungen, mit der Verlegung sogenannter Stolpersteine an das Schicksal der Opfer des Nazi-Terrors zu erinnern. Mit dem bisherigen Verlauf der Aktion und dem weiteren Vorgehen befasste sich der Arbeitskreis Stolpersteine in seiner jüngsten Sitzung.

Rhaunen. Das Resümee des Arbeitskreises "Stolpersteine in Rhaunen" der vergangenen Monate fällt durchweg positiv aus: Das grundsätzliche O.K. der Gemeinde liegt vor, und die Haus- oder Grundstückseigentümer haben fast vollständig ihre Zustimmung gegeben. Der Künstler Gunter Demnig macht mit seinen Stolpersteinen deutschlandweit seit fünfzehn Jahren auf das Schicksal aller Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam, indem er vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort kleine Gedenktafeln im Trottoir verlegt.
Die würfelförmigen Betonquader mit fest verankerter Messingoberfläche haben eine Kantenlänge von zehn Zentimetern und können sowohl in Pflaster- wie auch in Teerflächen niveaugleich eingebracht werden. Man stolpert folglich nicht mit den Füßen, sondern vielmehr mit den Augen und dem Herzen über die Stolpersteine.
Beim Rhaunener Herbstmarkt im Oktober vergangenen Jahres, dem Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde am zweiten Adventssonntag und zuletzt beim Weihnachtsmarkt hat der Arbeitskreis mit zahlreichen Informationen die Einwohnerschaft für die Thematik "Stolpersteine" sensibilisiert.
Wie sich beim Treffen des Arbeitskreises herausstellte, gestaltet sich der Abgleich der Daten aus den vom Bundesarchiv Koblenz herausgegebenen Gedenkbüchern "Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945" mit der Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem arbeitsintensiver als ursprünglich gedacht. Sobald die Recherche abgeschlossen ist und mindestens 3000 Euro Spenden zusammengekommen sind, soll mit dem Künstler Gunter Demnig Kontakt wegen der Verlegung der Gedenkquader aufgenommen werden. Ein erstes Gespräch mit dem Kölner Künstler hatten Teilnehmer des Arbeitskreises bereits Ende Oktober anlässlich der Stolpersteinverlegung in Thalfang. Rund 6000 Euro werden benötigt, wenn für alle Opfer in Rhaunen Stolpersteine verlegt werden sollen. Bislang sind 2500 Euro auf dafür eigens von der Verbandsgemeinde eingerichteten Konten zusammengekommen. Noch nicht genug, um die Stolpersteinverlegung für alle Opfer wirklich umzusetzen. red
Spendenkonten der Aktion Stolpersteine Rhaunen:
Volksbank Hunsrück-Nahe eG, Bankleitzahl 560 614 72, Konto-Nr. 10014; Verwendungszweck: Stolpersteine