Übergangslösung bis zur Gebietsreform

Übergangslösung bis zur Gebietsreform

Der erste Beigeordnete Hartmut Heck (CDU) soll als Ersatz-Bürgermeister ab April 2018 die Verbandsgemeinde Hermeskeil leiten. Er würde damit zunächst Nachfolger für den im März 2018 aus dem Amt scheidenden Chef der VG Hermeskeil. Darüber entscheiden muss aber ein anderer.

Hermeskeil/Thalfang Das Votum im Hermeskeiler Verbandsgemeinderat fiel am Mittwochabend eindeutig aus: Einstimmig haben sich die Ratsmitglieder dafür ausgesprochen, den ersten Beigeordneten Hartmut Heck (CDU) als Beauftragten für die Verbandsgemeinde (VG) zu bestellen. Er soll vom 1. April 2018 bis zum 30. Juni 2019 die Aufgaben des Bürgermeisters wahrnehmen.
Hintergrund dieses Vorschlags ist die laufende Kommunalreform im Hunsrück und Hochwald. Die Verbandsgemeinde Hermeskeil wird aller Voraussicht nach Orte der aufzulösenden VG Thalfang am Erbes kopf aufnehmen, darunter Neunkirchen (162 Einwohner) und Malborn (1355 Einwohner). Nach Schätzungen des VG-Büroleiters Werner Haubrich könnten es bis zu 3000 zusätzliche Einwohner werden. Ein solcher Anstieg würde zugleich bedeuten, dass für die dann erweiterte Verbandsgemeinde - die in VG Hochwald umbenannt werden soll - ein neuer VG-Rat und auch ein neuer Bürgermeister gewählt werden müssen.
Kompliziert wird die Sache nun aber dadurch, dass die reguläre Amtszeit von Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) am 31. März 2018 endet. Deshalb müsste eigentlich schon in diesem Herbst ein Nachfolger offiziell gewählt werden. Dieser Nachfolger bliebe aber nicht lange im Amt, weil nach Abschluss der Gebietsreform erneut gewählt werden müsste.
Der Hermeskeiler VG-Rat hat daher im März beschlossen, die bevorstehende Bürgermeisterwahl zu verschieben. Es soll erst gewählt werden, wenn die Reform und die damit einhergehenden Gebietsveränderungen abgeschlossen sind. Der Landtag hat dazu im Mai ein Gesetz beschlossen. Darin heißt es, dass bis zum 30. Juni 2019 kein neuer Bürgermeister für die Verbandsgemeinde Hermeskeil gewählt werden soll. Nach dem Ende der Amtszeit des jetzigen Rathaus-Chefs soll für die Übergangszeit eine vom Kreis beauftragte Person die Aufgaben des Bürgermeisters erfüllen. Die Personalkosten für diesen Beauftragten trägt die Verbandsgemeinde. Wie Bürgermeister Michael Hülpes in der Sitzung mitteilte, hat der Landrat des Kreises Trier-Saarburg den Hermeskeiler VG-Rat um einen Vorschlag gebeten, wer den Job übernehmen soll. Denn der Beauftragte wird von der Kreisverwaltung berufen. Hartmut Heck galt bereits vor der Sitzung als Favorit (TV vom 17. Februar). "Es gibt dabei den Aspekt der demokratischen Legitimierung, die der Beauftragte mitbringen sollte", erinnerte Hülpes. Wenn der amtierende Bürgermeister ablehne, sei der erste Beigeordnete der naheliegende Kandidat.
Heck (60), der in Züsch lebt und in Trier bei der Kriminalpolizei arbeitet, bedankte sich für die einstimmige Empfehlung des Rats: "Vielen Dank für das Vertrauen. Wir wissen alle, dass wir in dem vor uns liegenden Zeitraum noch dicke Bretter zu bohren haben. Dafür werde ich meine ganze Kraft einsetzen, hoffe aber auch auf die Unterstützung des Rats."
Ob Heck tatsächlich der Beauftragte wird, entscheidet nun der Landrat. Nach TV-Informationen dürfte dies reine Formsache sein.
Noch unklar ist, ob Heck als Übergangschef im Rathaus sein Amt als erster VG-Beigeordneter behalten kann. Laut Büroleiter Werner Haubrich macht das Landesgesetz dazu keine Angaben. Mit Blick auf die "Vertretungsfrage" im Falle von Urlaub oder Krankheit halte er es aber für sinnvoll, im Frühjahr 2018 einen ersten Beigeordneten nachzuwählen. Er werde die Angelegenheit möglichst bald mit dem Innenministerium klären, sagte Haubrich.Extra: FÜR DIE CDU IM HOCHWALD UND IM KREIS AKTIV


Hartmut Heck ist 60 Jahre alt, lebt mit seiner Familie in Züsch und arbeitet als Kriminalbeamter in Trier. Er ist seit mehr als 40 Jahren im Polizeidienst aktiv. Der Christdemokrat ist Mitglied des Züscher Gemeinderats, der CDU-Fraktion im Kreistag Trier-Saarburg und Sprecher der CDU-Fraktion im Hermeskeiler Verbandsgemeinderat. Seit Juni 2016 führt Heck den CDU-Gemeindeverband Hermeskeil als Vorsitzender an. 2009 wurde der Züscher zum ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Hermeskeil gewählt.

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