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Porträts für kommende Generationen

Werner Weber mit „Assistentin“ Renate in seinem Foto-Pavillon, mit dem er demnächst auch bei der Zeltinger Weinkirmes Porträtfotos von Bürgern machen möchte. TV-Foto: Ursula Schmieder
Werner Weber mit „Assistentin“ Renate in seinem Foto-Pavillon, mit dem er demnächst auch bei der Zeltinger Weinkirmes Porträtfotos von Bürgern machen möchte. TV-Foto: Ursula Schmieder FOTO: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"
Zeltingen-Rachtig. Mit dem Kunst- und Geschichtsprojekt "Fotobuch Zeltingen-Rachtig 2017" sollen möglichst viele Bürger zusammengebracht werden. Ursula Schmieder

Produktion der Seite:
Patricia Prechtel
Zeltingen-Rachtig Die Geschichte und die Menschen seiner Wahlheimat haben es Werner Weber angetan (siehe Hintergrund). Jüngster Beweis ist das von ihm geplante Foto-Buch mit Porträts von derzeit in Zeltingen-Rachtig lebenden Frauen und Männern. Möglichst viele sollen sich wiederfinden in dem "Kunst- und Geschichtsprojekt". Allerdings nicht in Farbe, sondern in Schwarz-Weiß. "Damit die Gesichter besser zu lesen sind", begründet Weber.
Damit die Fotos für sich wirken können, verzichtet er auch auf erläuternde Texte. Selbst die Namen der Abgebildeten sollen nicht neben den Fotos stehen, sondern in einer Liste im Bildband nachgeschlagen werden können.
Als weitere Besonderheit ordnet Weber alle Fotografierten den Kategorien "Alteingesessen, Eingeheiratet, Zugezogen" zu.
Damit will er sich dafür bedanken, dass er und seine Frau so gut aufgenommen wurden. Und er will anregen, zu hinterfragen, worin der oft Jahrzehnte überdauernde Unterschied zwischen Alteingesessenen und Neubürgern besteht. Die Idee für das "Fotobuch Zeltingen-Rachtig 2017" entstand im Verlauf von Recherchen. Auf vielen alten Fotos seien Menschen zu sehen, deren Name heute keiner mehr kenne, erklärt Weber. So reifte der Gedanke, eine Art Geschichtsbuch für kommende Generationen zu erstellen - mit Fotos und Namen von Menschen, was ihn wiederum als Amateurfotografen reizt. Er fotografiere seit seinem 13. Lebensjahr - mal mehr, mal weniger intensiv. Bevorzugte Motive sind Menschen: "Aus einem kleinen Blickwinkel, nah ran" - und ohne spätere Bildbearbeitung.
Der Ausdruck eines Menschen ist für ihn "viel mehr wert als die Perfektion eines Fotos". Nach intensiven Vorbereitungen wird nun eifrig fotografiert.
Bei der Rachtiger Weinkirmes im Juli ließen sich etwa 100 Bürger in Webers Foto-Pavillon ablichten. Nun ist er gespannt, ob es am 6. und 7. August in Zeltingen ähnlich viele sein werden.
Außerdem will er bei mindestens einem der noch anstehenden Straßenfeste fotografieren und er bietet auch individuelle Termine bei sich zuhause an.
Das Buch im DIN-A4-Querformat mit quadratischen Fotos soll maximal 350 Seiten umfassen und 2018 erscheinen.
Weber möchte es zu einem die Druckkosten abdeckenden Selbstkostenpreis anbieten - voraussichtlich für 20 bis 30 Euro. Ebenfalls angedacht ist eine Ausstellung der Fotos.
Einen ersten Eindruck vermitteln Fotos auf der Internetseite von Werner Weber unter <%LINK auto="true" href="http://www.wetzel-w.de" text="www.wetzel-w.de" class="more"%>
Extra: DIE PROJEKTE


2008 kauften Werner und Renate Weber ein 1647 erbautes Winzerhaus in der Kürfürstenstraße in Zeltingen-Rachtig. In dem Fachwerkhaus gab es damals weder Strom noch Wasser, es birgt aber Geschichten, denen die neuen Eigentümer weitere hinzufügen (der TV berichtete). Sie begnügten sich nicht damit, das Haus und ein Nachbarhaus grundlegend zu sanieren und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Sie richteten auch eine Vinothek und eine Kunst-Galerie ein. Parallel dazu lebte der pensionierte Studiendirektor seine Leidenschaft als Hobbyhistoriker aus. Dank ihm gibt es seit sechs Jahren eine Karte, die zeigt, wer um 1830 in welchem Haus in Zeltingen oder Rachtig lebte und welchen Berufen die Menschen nachgingen. Danach kniete er sich in die Ahnenforschung, was seit 2013 Nachfahren von Amerika-Auswanderern aus beiden Ortsteilen nach Zeltingen-Rachtig führt.