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Veldenz ist auch weite Anfahrten wert

Mit einem farbenprächtigen historischen Umzug im Anschluss an die traditionelle Oldtimersternfahrt hat Veldenz seinem 54. Wein- und Heimatfest zusätzlichen Glanz verliehen und das Jubiläum „900 Jahre Schloss Veldenz“ sowie den 20. Geburtstag der Partnerschaft mit La Petite Pierre gebührend gewürdigt. TV-Foto: Ursula Schmieder
Mit einem farbenprächtigen historischen Umzug im Anschluss an die traditionelle Oldtimersternfahrt hat Veldenz seinem 54. Wein- und Heimatfest zusätzlichen Glanz verliehen und das Jubiläum „900 Jahre Schloss Veldenz“ sowie den 20. Geburtstag der Partnerschaft mit La Petite Pierre gebührend gewürdigt. TV-Foto: Ursula Schmieder
Im Jubiläumsjahr "900 Jahre Schloss Veldenz" hat sich dem Oldtimerkorso des Veldenzer Wein- und Heimatfestes ein historischer Umzug angeschlossen, den unter anderem der Graf von Veldenz und der Bischof von Verdun begleitet haben.

Veldenz. Erst die Oldtimer sternfahrt, dann die Reise durch die Geschichte, der sich Römer und Bergleute, Winzer und Weinhoheiten sowie Graf und Bischof anschließen. Auch im Jubiläumsjahr "900 Jahre Schloss Veldenz" geraten die auf Hochglanz gebrachten chromblitzenden Karossen und die urigen Vehikel nicht ins Hintertreffen. Schließlich sind sie es, die dem weit über die Grenzen der Gemeinde bekannten jährlichen Wein- und Heimatfest, inzwischen dem 54., seit fast drei Jahrzehnten eine besondere Atmosphäre verleihen. Daher dürfen die Oldies auch vor dem alle fünf Jahre startenden historischen Umzug losfahren.Und das, obwohl sich hochherrschaftliche Gäste angekündigt haben. Doch Graf Georg Johannes von Veldenz (Schlossherr Gilbert Haufs-Brusberg) muss sich hoch zu Ross ebenso den Pferdestärken der Neuzeit beugen wie der per Sänfte in Veldenz eintreffende Bischof von Verdun. Allzu weit hat es die gräfliche Gesellschaft samt ihrem kompletten Hofstaat aber nicht gehabt. Für den höchstoffiziellen Besuch mussten sie nur kurz dem mittelalterlichen Treiben auf Schloss Veldenz den Rücken kehren. So ziehen sie denn gleich im Anschluss auch alle wieder von dannen - hinauf aufs Schloss, wo am Vorabend ein großes Feuerwerk gezündet wurde.Nach einem kurzen - obschon heftigen - Regenguss, der sich aber wenigstens bis nach dem Umzug geduldet hat, füllen sich die Gassen und der Garten der Villa Romana wieder flugs mit Menschen, die in Feierlaune sind. Darunter auch Werner Keul aus Daun-Waldkönigen, der schon seit 27 Jahren an der Sternfahrt teilnimmt. Treue Zaungäste kennen ihn und seine "Horex" mit Beiwagen ebenso gut wie sein rotes BMW-Cabrio oder seinen Militär-Jeep. Ältester "Teilnehmer" in diesem Jahr ist ein "Darracq"-Motorwagen, Baujahr 1900, gefolgt von einem Ford T Touring, Baujahr 1914. Eigentümer sind Helmut und Thomas Ortelt aus Ratingen.Die Zaungäste, die in Scharen die malerische Hauptstraße säumen, sind mit dem Umzug vollauf zufrieden. "Das hier ist wirklich schon eine Fahrt wert", lobt Wilhelm Naumes aus Waldrach. Die Veldenzerin Erika Mentges hat vor allem Augen für ihre Enkel, die als Römerinnnen am Umzug teilnehmen. Aber der Oldtimerkorso habe ihr natürlich auch sehr gut gefallen. Das sei schon eine Leistung für das Dorf, ist auch Waltraud Schübel, seit acht Jahren Wahl-Veldenzerin, beeindruckt vom Umzug. Auch Robert Arzdorf aus Georgia (USA) ist begeistert. Er hat mit seinem Ford A, Baujahr 1930, teilgenommen, den Johann Keulers aus der Nähe von Maastricht (Niederlande) gesteuert hat. Er liebe es, "guten Wein zu trinken mit guten Freunden", begründet Arzdorf seine Teilnahme. Keulers fährt schon seit 15 Jahren nach Veldenz: "Wir freuen uns immer, wenn wir hierher kommen."