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Eine botanische Rarität: Die Krausbuche bei Fleringen

Wie ein Schirm breiten sich die Äste über dem Boden aus. TV-Foto: Frank Auffenberg
Wie ein Schirm breiten sich die Äste über dem Boden aus. TV-Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Rommersheim/Fleringen. Sommerserie "Eifelwunder": Im Wald bei Fleringen versteckt sich eine botanische Rarität: die Krausbuche. Der ursprüngliche Baum ist zwar verdorrt, drei Ableger haben aber im Dolomitgestein wieder Fuß gefasst. Frank Auffenberg

Der Stamm ist knorrig verdreht, die Zweige sind gewunden. Die Krausbuche im Wald zwischen Fleringen und Rommersheim breitet die Zweige wie ein schützendes Blätterzelt über dem Waldboden aus - ein etwas bizarr wirkendes Wunder der Natur, das in dieser Pracht meist nur in Parkanlagen oder Vorgärten zu finden ist. Wurde das kleine Eifelwunder dort etwa gepflanzt?

Nein: Tatsächlich handelt es sich um eine botanische Rarität. In den Höhenlagen der Schönecker Schweiz, oberhalb des noch jungen Kupferbachs, ist sie zu finden. Ursprünglich stand dort eine wesentlich mächtigere Krausbuche, im Mittelalter soll sie bereits als Gerichtsbaum genutzt worden sein. Aus allen Himmelsrichtungen weisen heute noch Hinweistafeln auf den Standort "der Krausbuche" hin, dabei ist der ursprünglich gemeinte Baum nicht mehr zu finden. Der alte Stamm ist verrottet, das "Original" damit verschwunden.

In direkter Nähe, einige Meter versteckt im Wald, konnten aber drei neue Bäume ihre Wurzeln fest im Dolomitgestein verankern. Sie sind, wie bereits vor 100 Jahren ihr Vorgänger - ein beliebtes Ziel für einen Sonntagsspaziergang.

"Diese Bäume sind in unserer Gegend einzigartig und in dieser Form nur in der ‚Schönecker Schweiz' bei Fleringen zu finden", erklärt die Ortsgemeinde Schönecken auf ihrer Internetpräsenz. Der Burgflecken ist zwar weit weg, das Naturschutzgebiet trägt aber immerhin seinen Namen, und die räumliche Einordnung ist durchaus am zutreffendsten - oder zumindest am diplomatischsten. Zur Frage, zu wem die Krausbuche denn gehört, gehen die Meinungen nämlich erheblich auseinander.

Marlene Schmitz, Vorsitzende des Prümer Landfrauenverbands, zufällig auf das Thema angesprochen, erklärt das Problem: "Gemeinhin wird sie immer als die Fleringer Krausbuche bezeichnet und ist in unserer Ecke sehr bekannt und als Ziel beliebt. Genau genommen liegt sie aber auf Rommersheimer Grund. Eigentlich ist das dann aber wohl wirklich egal."

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