Engpass Ausbildung

MAINZ. (win) Einen erheblichen Ausbau der Ausbildungsplätze für den Lehrernachwuchs hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) gefordert. In den Studienseminaren fehlten bis zu 1000 Plätze.

Die landesweiten Ausbildungskapazitäten für den Lehrer-Nachwuchs halten nach Angaben von VBE-Geschäftsführer Hjalmar Brandt weder mit der wachsenden Zahl der Lehramtsstudenten mit, noch reichten sie aus, um auf die absehbar zunehmenden Pensionierungen angemessen zu reagieren. Die 2100 Studienseminarplätze für alle Schularten seien 1000 zu wenig, sagte Brandt. Angesichts der ohnehin fehlenden 1000 Lehrer an rheinland-pfälzischen Schulen (der TV berichtete) müsse deutlich mehr Nachwuchs ausgebildet werden. Laut Brandt können allerdings damit nicht automatisch die Engpässe in so genannten Mangelfächern wie Naturwissenschaften oder Fremdsprachen an einzelnen Schularten behoben werden.355 neue Plätze in den nächsten zwei Jahren

Nach Angaben des Bildungsministeriums hat sich die Zahl der Ausbildungsplätze für die Schuldienst-Anwärter in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. Derzeit werden 2159 Plätze angeboten, weitere 355 sollen in den beiden nächsten Jahren folgen. Eine Ministeriums-Sprecherin räumte jedoch ein, dass angesichts der in einzelnen Lehrämtern rasant gestiegenen Zahl der Absolventen von Lehramts-Studiengängen die Seminarplätze im Vorbereitungsdienst nicht immer ausreichten. In begrenztem Umfang werden zudem Anwärter mit Fächern, für die es einen besonderen Bedarf gibt, bevorzugt. Grundsätzlich besteht jedoch für alle Lehramtsabsolventen ein Ausbildungsanspruch. Wer bei der ersten Bewerbung nicht die Zulassung schafft, wird nach Angaben der Sprecherin "in der Regel" nach einem halben oder einem Jahr zugelassen. Die Zahl der Lehramtsstudenten an den Hochschulen ist seit dem Jahr 1997 von 9947 auf 12 878 Ende 2005 gestiegen. Besonders deutlich zugenommen haben die Zahlen in den Studiengängen für Gymnasial- und für Realschullehrer.