Ganztags als Rettung?

MAINZ. (win) Der Ausbau aller Hauptschulen zu Ganztagsschulen mit entsprechender Förderung könnte nach den Vorstellungen der FDP dem an Auszehrung leidenden Schultyp neue Perspektiven geben.

Eine Konzentration auf die Kernkompetenzen Lesen, Rechnen, Schreiben sowie mehr individuelle Förderung und berufliche Orientierung sollen die Hauptschulen trotz aller Diskussionen um ihr Negativ-Image auch künftig zum festen Bestandteil des gegliederten Schulsystems machen. Die teilweise diskutierte Abschaffung laufe nur auf einen Etikettenschwindel hinaus, so FDP-Landtagsfraktionschef Herbert Mertin. Die Hauptschule müsse mit einem durchgängigen Konzept für ihre Klientel ein wohnortnahes Angebot in kleinen Einheiten bieten. Nur noch 15 Prozent der Viertklässler wechseln in die landesweit knapp 240 Hauptschulen. Jede vierte ist inzwischen einzügig und läuft damit Gefahr, bei weiter rückläufigen Schülerzahlen in Existenznöte zu kommen. Mehr Berufsorientierung soll die Ausbildungsplatz-Perspektiven der Jugendlichen verbessern. 2006 erhielt noch nicht einmal jeder zweite Schulabgänger eine Lehrstelle. Mit der Ganztagsschule sollte laut FDP auch flächendeckend das zehnte Schuljahr eingeführt werden.