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In der Region lebt es sich sicher

In der Region lebt es sich sicher

TRIER. Die Menschen in der Region leben sicher: Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist gering. Das zeigt die neue Kriminalitätsstatistik für den Bereich des Polizeipräsidiums Trier. Trotzdem ist die Zahl der Gewalttaten gestiegen, vor allem bei brutalen Körperverletzungen.

21. Oktober 2006: An der Sprechanlage von Mc'Donalds in den Trierer Moselauen wird ein 18-jähriger Autofahrer von einem Jugendlichen angesprochen, es kommt zur Rangelei, die mit vier Messerstichen in den Rücken des 18-Jährigen endet. Der Täter flieht, der junge Mann überlebt schwer verletzt. Kurz darauf wird ein 17-Jähriger festgenommen. Ein Beispiel von vielen. Die Gewalttaten in der Region nehmen seit Jahren zu. Die Zahl der Fälle ist innerhalb von vier Jahren um über 1000 auf 5576 im vergangenen Jahr gestiegen. Darunter fallen allein 4272 Fälle von Körperverletzung, 268 mehr als noch 2005. Eine Entwicklung, die Polizeipräsident Manfred Bitter Sorge macht. Die Bereitschaft, bei Konflikten immer öfter körperliche Gewalt einzusetzen, nehme weiter zu. Schwacher Trost: Fast alle Gewalttaten (90,5 Prozent) wurden aufgeklärt. 3609 Täter konnten im Bereich der Körperverletzung ermittelt werden. Und entgegen einer oft verbreiteten Annahme handelt es sich nur bei einem Drittel davon um Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Das Gros der ermittelten Körperverletzungen wurde von Erwachsenen begangen, nicht selten im Vollrausch und meistens in der eigenen Familie. Brennpunkte sind Trier, Idar-Oberstein, Bitburg und Wittlich. Neben Körperverletzungen sorgen vor allem Banküberfälle und Morde für Schlagzeilen in der Region. Beispiele: Im Februar erschlägt ein betrunkener Mann seine Frau in Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich), einen Monat später wird ein Überfall auf eine Bank in Bleialf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) vereitelt, die Täter können dank einer "total unkomplizierten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit" (Bitter) kurze Zeit später in Belgien festgenommen werden. Im April überfällt ein Polizist ("Bei über 1000 Mitarbeitern kann das schon mal passieren.") die Volksbank in Trierweiler (Trier-Saarburg), im August wird er zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Im April tötet ein Mann einen 64-Jährigen in Konz und zündet ihn später an. Doch die reinen Zahlen täuschen: Die Region sei keine kriminelle Hochburg, so der Polizeipräsident. Das Risiko, Opfer eine Straftat zu werden, sei hier deutlich geringer als sonstwo im Land oder in der Republik. Auf 100 000 Einwohner kamen im vergangenen Jahr knapp 6500 Straftaten, landesweit waren es 7362. Mehr Polizeipräsenz in Trier

So ist die Zahl der Diebstähle zurückgegangen. Deutlich wird dies vor allem bei Taschendiebstählen (minus 5,3 Prozent) und bei Pkw-Aufbrüchen (minus 18,9 Prozent). Bitter kündigte an, in der Trierer Innenstadt die Polizeipräsenz möglicherweise weiter zu erhöhen, um noch erfolgreicher gegen Diebstähle vorzugehen. Keinen "akuten Handlungsbedarf" sieht er hingegen in Konz. Kommunalpolitiker und Bürger der 17 000-Einwohner-Stadt beschweren sich regelmäßig über zu geringe Polizeipräsenz. Personell aufgestockt hat die Polizei vor allem im Bereich der Internetkriminalität. Acht Beamte befassten sich ausschließlich damit, beschlagnahmte Computer und Festplatten auszuwerten, sagt Bitter. Denn auch in der Region ist die Computerkriminalität gestiegen: 15 Fälle von Kinderpornografie wurden registriert, deutlich zugenommen haben, wie auch im Land, die Betrügereien bei Internet-Auktionen.