Wann kommt die Hygiene-Ampel? - Nordrhein-Westfalen macht Ernst, während Rheinland-Pfalz bislang nur droht

Wann kommt die Hygiene-Ampel? - Nordrhein-Westfalen macht Ernst, während Rheinland-Pfalz bislang nur droht

Schmuddel-Restaurant oder Vorzeigebetrieb? In Nordrhein-Westfalen hilft dem Gast künftig ein Blick auf die Hygiene-Ampel. Während die Mainzer Landesregierung es vorerst bei Drohungen gegen schwarze Schafe belässt, warnen Verbraucherschützer bereits vor einem Flickenteppich.

ARCHIV - Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) präsentiert am 19.05.2011 im Landtag in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) einen Entwurf der „Hygiene-Ampel“. NRW-Verbraucherschutzminister Remmel gibt am Dienstag nach der Kabinettssitzung eine Pk zur geplanten Einführung einer „Hygiene-Ampel“. Foto: Marius Becker dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++. Foto: Marius Becker (dpa)
Symbolbid: - Frische Brötchen liegen am 31.07.2009 auf einem Teller in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Mit „Remmel-Semmeln“ wird das rheinische Bäckerhandwerk gegen die geplante Hygiene-Ampel in Nordrhein-Westfalen protestieren. Foto: Federico Gambarini/dpa (zu dpa: "Bäckerhandwerk protestiert mit „Remmel-Semmel“ gegen Hygiene-Ampel") +++(c) dpa - Bildfunk+++. Foto: Federico Gambarini (dpa)

Trier. In den nordrhein-westfälischen Bäckereien gibt es derzeit statt normaler Brötchen "Remmel-Semmel". Damit protestieren die Bäcker gegen das ihrer Meinung nach überflüssige und schädliche Gesetz des grünen Verbraucherschutzministers Johannes Remmel. Nordrhein-Westfalen will als erstes Bundesland eine Hygiene-Ampel einführen, damit Verbraucher leicht erkennen können, ob die amtlichen Lebensmittelkontrolleure in Bäckereien, Cafés oder Restaurants etwas zu beanstanden hatten. "Das ist kein wirklicher Verbraucherschutz, weil eine flächendeckende Prüfung gar nicht möglich ist", kritisiert der Präsident des rheinland-pfälzischen Gaststättenverbands Dehoga, Gereon Haumann. Seine Forderung: Prävention statt Repression. Ohne abgeschlossene Berufsausbildung dürfe niemand mehr eine Konzession bekommen.

Die zuständige Mainzer Ministerin Ulrike Höfken (Grüne) verweist beim Thema Hygiene-Ampel auf Berlin. Nur wenn die Bundesregierung "weiter nicht aktiv wird, werden wir eine Diskussion zur Einführung einer landesweiten Regelung anstoßen". Das klingt nicht so, als müssten sich die Schwarzen Schafe der Branche Sorgen machen. Der Bund verweist auf die Länder. Zunächst müssten sich die Bundesländer auf "ein einheitliches Modell verständigen", sagt Ernährungsstaatssekretär Peter Bleser (CDU).

Verbraucherschützern schwant derweil nichts Gutes. Es dürfe bei dem Thema keinen Flickenteppich geben, mahnt die Mainzer Verbraucherschützerin Waltraud Fesser. "Wir brauchen eine einheitliche Regelung." sey Johannes Heeg von der Verbraucherorganisation foodwatch sieht in der nordrhein-westfälischen Regelung einen Schritt in die richtige Richtung: "Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg."

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