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Sport
Mountainbiker jagen durch den Wald in Trassem

Bei der achten Auflage des King of the Trail Freeride/Downhill Rennens fuhren die Teilnehmer in hohem Tempo durch den Wald nahe Trassem
Bei der achten Auflage des King of the Trail Freeride/Downhill Rennens fuhren die Teilnehmer in hohem Tempo durch den Wald nahe Trassem FOTO: Matthias Willems
Trassem. Zum bereits achten Mal fand am Wochenende in Trassem das Downhill-Rennen „King of the Trail“ statt. Beim einzigen Ereignis dieser Art in der Großregion waren 90 Teilnehmer am Start. Die Strecke kommt bei den Fahrern gut an.

In halsbrecherischem Tempo jagen die Fahrer mit ihren Rädern durch den Wald den Berg hinunter. Auf der 800 Meter langen Strecke (Streckenrekord: 69,2 Sekunden) wollen sie ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen. Schätzungsweise mehr als 300 Zuschauer feuern sie im Laufe des Renntages auf der Strecke an.

Unten am Ziel bei der Zeitnahme wartet Dietmar Schwarz vom Forstamt Saarburg. „Die Schwierigkeit liegt in der idealen Linienführung, die die Fahrer finden müssen“, erklärt er und weist gleich auf die Herausforderungen hin, die die Strecke bietet. So gibt es mehrere Rampen, über die die Fahrer springen müssen. Bei sogenannten Doubles werden zum Beispiel zwei Erdhügel aufgeschüttet. Dazwischen gibt es einen Graben, der überwunden werden muss. Und dann geht es durch einen alten Steinbruch.

Die Teilnehmer freuen sich über die Herausforderungen. „Die Strecke ist sehr gut gebaut“, lobt Jannik Schlickel aus Weißkirchen. Der 25-Jährige ist Mitglied im saarländischen Radsportverein Soulrider. „Wir Fahrer sind froh, dass wir etwas haben, wo wir fahren können“, sagt er. Es sei schwierig, offizielle Strecken zu finden.

Die Veranstaltung in Trassem ist das einzige Rennen dieser Art in der Großregion und so sind auch viele Fahrer aus Frankreich, Belgien und Luxemburg am Start. Schlickel fasziniert an seinem Sport das Streben nach Perfektion.

„Man muss perfekt fahren und zum Beispiel die richtigen Bremspunkte finden. Das ist schon eine Herausforderung“, erzählt der Weißkirchener, der 2009 mit dem Sport angefangen hat und in Trassem seit dem ersten Rennen dieser Art am Start ist.

Vor elf Jahren fing in Trassem alles an. „Ein junger Mann, der sein Freiwilliges Ökologisches Jahr hier absolvierte, war leidenschaftlicher Downhillfahrer und hatte die Idee zu einer Rennstrecke“, erzählt Dietmar Schwarz. „Ich fand die Idee sehr gut und wollte den jungen Menschen den Entwicklungsraum geben“.

Zunächst waren noch einige rechtliche Hürden zu nehmen. Heute ist die Strecke jedem frei zugänglich und wird das Jahr über von mehreren jungen Leuten aus dem Ort gepflegt, darunter Schwarz‘ Sohn Cedric. Seit fünf Jahren ist der 23-Jährige, der auch mitfährt, an der Planung des Rennens beteiligt. Die Vorbereitungen dauern gut zwei Wochen. Organisiert wird das Rennen von der Ortsgemeinde Trassem. Dieses Jahr sind 25 Helfer dabei, zum Großteil Mitglieder in der Deutschen Waldjugend, die verschiedene Aktivitäten im Walderlebniszentrum organisiert.

Nach dem Rennen gibt es „Just for Fun“ noch einen sogenannten Whip-Off-Contest, bei dem Fahrer mit Anlauf über einen „Tisch“ (ein aufgeschütteter und oben abgeflachter Hügel mit Rampe und Abfahrt) springen und in der Luft das Hinterrad zur Seite schwingen. Wer dies am weitesten schafft, gewinnt den Wettbewerb.

Am Ende ziehen die Veranstalter ein positives Fazit. „Es waren optimale Bedingungen. Wir sind sehr zufrieden. Die Ortsgemeinde hat überregional viele Menschen erreicht und auch die Resonanz der Fahrer war durchweg positiv“, freut sich Dietmar Schwarz. Und das Wichtigste für die Veranstalter: Bis auf ein paar kleine Blessuren kam es auch während des Rennens zu keinen größeren Unfällen.