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100 Jahre Caritasverband Trier: Festakt und Elisabethpreis-Verleihung an vier Vorzeige-Projekte im Bistum

100 Jahre Caritasverband Trier: Festakt und Elisabethpreis-Verleihung an vier Vorzeige-Projekte im Bistum

Das 100-jährige Bestehen des Caritasverbands für die Diözese Trier ist von dessen Zehntausenden Mitgliedern und Mitarbeitern seit März bereits vielfach dezentral gefeiert worden. Als Abschluss und Höhepunkt gab es jetzt einen Festakt, bei dem auch die aktuellen Elisabethpreise verliehen wurden.

Mit einem Festakt vor rund 350 geladenen Gästen hat der Diözesan-Caritasverband Trier das Jubiläumsjahr anlässlich seines 100-jährigen Bestehens beendet. Zum Anlass gratulierten in der ehemaligen Abtei St. Maximin unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die saarländische Familien- und Gesundheitsministerin Monika Bachmann. Beide würdigten den Verband als unverzichtbaren Träger sozialer Dienstleistungen.Nothelfer und politischer Akteur

Birgit Kugel, seit 1990 Direktorin des Diözesan-Caritasverbands, sagte, der Verband habe seit seiner Gründung eine Doppelaufgabe gehabt: Zunächst die, ganz praktisch "Not zu lindern und die Lebenslage von Menschen zu verbessern". Dafür bringen sich heute mehr als 70 000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter ein - in mehr als 1500 Diensten und Einrichtungen wie etwa Altenheimen, Behindertenwerkstätten, Krankenhäusern.

Gleichzeitig verstehe sich die Caritas aber seit jeher als gesellschafts- und sozialpolitischer Akteur "für eine faire Teilhabe aller und eine sozial gerechte Gesellschaft".

Als aktuelles Beispiel für die Einbringung in aktuelle Debatten nannte Kugel die Teilnahme des Diözesanverbands an der bundesweiten Kampagne "Stell mich an, nicht aus", mit dem auf das Schicksal von Langzeitarbeitslosen aufmerksam gemacht wird. Als Präsident des Deutschen Caritasverbands nannte Prälat Peter Neher die Integration von Flüchtlingen als weitere aktuelle Herausforderung - und mahnte sowohl die anwesenden Gäste wie die ganze Gesellschaft zur Wachsamkeit: Es gebe "eine Schärfe in den gesellschaftlichen Debatten und eine Polarisierung, wie wir sie bisher kaum kannten".

Zwar sei das Engagement in und um die Kirchengemeinden nach wie vor beeindruckend hoch - doch Caritas-Mitarbeiter würden vermehrt angefeindet, weil sie sich für Flüchtlinge engagierten. Angriffe auf Beratungsstellen oder wegen Hetze abgesagte Veranstaltungen gab es zwar bislang nur außerhalb des Trierer Diözesanverbands - trotzdem appellierte Neher an die Anwesenden, anstehende Debatten "ohne Scheuklappen zu führen, sich aber menschenverachtender Polemik zu widersetzen".Ehrung für Eifeler Schulpaten

Eine leichtere Note bekam der Festakt wieder durch die Verleihung des Elisabethpreises an vier Projekte aus dem Bistum Trier. Ausgezeichnet wurde zunächst ein Netzwerk, das der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück und die Pfarreiengemeinschaft Zeller Hamm vor 20 Jahren aufgebaut haben.

Eine weitere der mit 5000 Euro dotierten Auszeichnungen ging an den Integrationsbetrieb Der Kleiderladen des Caritasverbands Koblenz. Der hat sich seit 1987 zu einem modernen Secondhand-Laden mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten entwickelt.

Das Projekt "Schul- und Ausbildungspaten im Vulkaneifelkreis und im Dekanat Bitburg" vom Caritasverband Westeifel teilt sich einen Preis mit dem "Dauner Viadukt von Jung bis Alt". Letzteres Projekt sorgt in Trägerschaft der Dauner Kirchengemeinde St. Nikolaus für einen besseren Austausch der Generationen.

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach konnte sich über den erstmals vergebenen Schul-Sonderpreis freuen - beziehungsweise einen Scheck über 500 Euro: Die Klasse 9L erhält ihn für ihre ansprechende Darstellung der verschiedenen Hilfsangebote des Caritasverbandes Saar-Hochwald.

Weitere Informationen zum Jubiläumsjahr gibt es unter www.100.caritas-trier.de